Ausbildung 2019: was ihr vor dem ersten Tag erledigen müsst und wie ihr den Start übersteht

Nur noch wenige Tage zum Ausbildungsbeginn. Neuer Arbeitsplatz, neue Leute, neue Abläufe, viele neue Regeln. Deine Nervosität steigt, denn du möchtest dir gerade bei den Ausbildern und Azubi-Kollegen keine Fehler erlauben!

Keine Sorge: Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln wirst du warm mit neuen Kollegen und hinterlässt bei deinem Vorgesetzten einen guten Eindruck. Dazu gehört auch, gut vorbereitet zu sein.
Deswegen liest du hier zuerst unsere Erfahrungen für einen entspannten Ausbildungsstart und danach findest du eine Checkliste mit den organisatorischen Dingen, die vor dem Ausbildungsstart erledigt werden sollten.

Ist irgendwie schon eine geile Zeit: zusammen mit neuen Leuten die Ausbildung machen und den Grundstein für seine Karriere legen. Bild: lb

Einfache Verhaltensregeln, mit denen du einen guten Eindruck hinterlässt

Such dir andere Azubis oder Berufseinsteiger

Auszubildende aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr waren in derselben Anfangssituation und können dir bei vielen Fragen behilflich sein. Oft stellt man gleiche Interessen fest oder kennt sich vielleicht schon aus der Umgebung. Dies schafft Gemeinsamkeit – schließlich sitzen alle Azubis in einem Boot. Ähnliches gilt für Studenten oder junge Berufseinsteiger.

Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit – so grundlegend wie wichtig

Gute Umgangsformen helfen dir nicht nur beim Ausbildungsbeginn, sondern auch in Zukunft in deinem Job. Sie machen eine gute Zusammenarbeit viel wahrscheinlicher und fördern dadurch auch die Motivation.
Sei freundlich und höflich, nicht nur gegenüber deinem Vorgesetzten, sondern bei jedem. Grüße lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Sorgfältigkeit beim Umgang mit technischen Geräten oder den Unterlagen in der Administration, aber auch die Sauberkeit an deinem Arbeitsplatz sind selbstverständlich.

Anrede: Das Siezen und Duzen

Grundsätzlich werden alle Mitarbeiter zunächst mit „Sie“ angesprochen. Erst wenn dir jemand das „Du“ anbietet, kannst du es auch benutzen. Den Chef solltest du als Azubi immer „siezen“, so signalisierst du ihm den nötigen Respekt. Natürlich ist es etwas Anderes, wenn sich alle untereinander duzen. Wenn zum Beispiel in der Ausbildungswerkstatt prinzipiell geduzt wird, macht das „Sie“ keinen Sinn. Wenn du aber dann in den Betrieb oder zur Personalabteilung rübergehst, solltest du solange siezen, bis man dir wiederum das „Du“ anbietet.

Zuverlässigkeit ist die Grundlage für Vertrauen

Eigentlich ist es ganz einfach: erledige die Aufgaben so gut du kannst und halte deine Zusagen ein. Ein Zeitplan oder eine To-do-Liste können dir dabei helfen. Wenn du etwas nicht verstanden hast oder ein Problem auftaucht, frag einfach nach Unterstützung. Als Azubi lernst du noch – jeder wird dir dabei helfen, besser zu werden. So schaffst du Vertrauen, was nebenbei bemerkt auch wichtig für eine gute Teamarbeit ist. Und besonders in einem Chemiebetrieb ist Zuverlässigkeit, ebenso wie Sorgfältigkeit, sehr wichtig. Hier sind übrigens 5 Punkte zur Arbeitssicherheit im Chemiebetrieb.

Offenheit

Du kannst auf die Kollegen ruhig offen zugehen. Auch mal fragen, ob du dich in der Kantine dazusetzen kannst. Oder du machst ein bisschen Small Talk in der Küche oder im Pausenraum. Aber Vorsicht bei „Klatsch & Tratsch“: Generell sollte man sich mit Meinungen über andere Leute zurückhalten und immer neutral bleiben. Falls dir doch mal etwas ausrutscht, ist eine Entschuldigung angebracht. Hier sind Small-Talk-Tipps.

Etwas ging schief? Ruhig bleiben.

Ehrlichkeit ist hier die wirklich beste Option. Wenn dir ein Fehler unterlaufen ist, steh dazu. Es ist nicht so schlimm. Jeder macht mal Fehler, und gerade als Azubi kommen einfach Fehltritte oder Fehlschlüsse vor. Feedback gehört daher zum Lernprozess. Bleibe bei einem Kritikgespräch ruhig und versuche einfach, den Fehler nicht zu wiederholen.

Eigeninitiative und Kollegialität

Aber klar: den Ausbilder zum 100sten Mal mit denselben Fragen zu nerven, ist auch nicht schlau. Mach dir Notizen. So kannst du auch später wieder wichtige Antworten nachschlagen. Und wenn du in einem Thema schon ganz gut drin bist, biete gestressten Azubi-Kollegen deine Hilfe an. Mit dieser Eigeninitiative zeigst du Kollegialität und darfst dann recht schnell schon Aufgaben selbstständig abarbeiten. Leider gehört es dazu, auch mal unangenehme Aufgaben abzuarbeiten. Machst du das aber gut, punktest du zusätzlich in deinem Ausbildungsbetrieb. Und am Ende ist es dadurch viel wahrscheinlicher, dass du dir deine Aufgaben aussuchen kannst. Wer gut ist, bekommt mehr und mehr Optionen – und damit eine Wahl.

Neugier und Interesse

Gute Noten gehören zu deiner Ausbildungszeit möglichst dazu. Bereitet dir ein Schulfach Schwierigkeiten, frage doch mal in deiner Klasse nach. Oft gibt es dort Lerngruppen, oder vielleicht besteht sogar schon eine Lerngemeinschaft in deinem Ausbildungsbetrieb, der du dich anschließen kannst. Bei deinem Ausbilder erfährst du, ob bestimmte Kurse oder Weiterbildungen für Auszubildende angeboten werden. Fragen kostet ja nichts und signalisieren deinen Lernwillen. Und das ist oft wichtiger, als immer mit den besten Noten aus der Prüfung zu kommen. Prüfungstipps haben wir übrigens hier; von einer IHK-Prüferin und Ausbilderin.

Links zwei Azubi-Paten von Michelin, rechts die Thor-Azubis beim Teamevent. Bild: ud (links), lb (rechts)

Viele Ausbildungsbetriebe organisieren für die neuen Azubis ein schönes Willkommen

Schließlich werdet ihr hier mindestens die nächsten zweieinhalb Jahre verbringen (bei kürzeren Ausbildungsberufen), öfter aber dreieinhalb Jahre. Und da in der Chemiebranche über 90% der Azubis direkt übernommen werden, bleibt ihr vielleicht sogar noch länger dort. Auch die Betriebe wollen einen guten Eindruck machen. Ihnen ist wichtig, dass ihr einen guten Start habt.

Zwei Beispiele für Chemieunternehmen, die ihre neuen Azubis mit coolen Aktionen an Bord holen, lest ihr hier:

  • Die Michelin-Reifenwerke in Bad Kreuznach machen für die neuen Azubis einen Einführungs-Workshop. Darin lernen sie Präsentationstechniken, die sie in der Zukunft immer wieder gebrauchen können; aber auch gute Teamarbeit. Die ist mindestens genauso wichtig wie Fachwissen. Dazu kommen Kommunikationsübungen und eine Übung zur Selbsteinschätzung – auch zentrale Skills. Und: Michelin stellt jedem neuen Azubi einen Paten zur Seite. Dieser Pate ist ein Azubi aus einem älteren Lehrjahr.
  • Der Spezialchemikalien-Hersteller Thor in Speyer zeigt drei Tage lang den neuen Azubis alle wichtigen theoretische Inhalte wie relevante Gesetze und die Firma. Und natürlich lernen sie die zukünftigen Kollegen und die Azubis der älteren Jahrgänge und anderen Berufe kennen. Die Azubis sind bei dem Teambuilding-Event dabei, dessen krönender Abschluss ein Outdoor-BBQ ist. Zumindest war das in der Vergangenheit so – Thor überlegt sich nämlich immer wieder neue Aktionen.
Also zu spät kommen ist nicht Knigge-like. Kommt es doch vor, ist eine Entschuldigung angebracht. Und den Wecker zu überhören, oder den Bus zu verpassen, gehört nicht dazu… Bild: BAVC – Elementare Vielfalt

Ausbildungs-Knigge: So benehmt ihr euch ganz formidabel

Wenn ihr ganz sichergehen wollt, lest ihr euch diesen Azubi-Knigge durch. Den haben die Azubis von Südwest Lacke+Farben in Böhl-Iggelheim geschrieben.

Sneak-Preview:

  • Ein bisschen Distanz ist schon okay – nicht jeder muss gleich bf sein.
  • Siezen ist immer noch der Standard - Das Du nur in bestimmten Situationen
  • Kritik äußern – aber auf eine smarte Weise
  • Unter vier Augen – wenn es Probleme gibt
  • Oh seht, oh seht, ich komme viel zu spät…naja, hoffentlich nicht – und wenn doch?

Und solltet ihr noch nicht genug haben: hier ist ein Telefon-Knigge für Azubis. So geht richtig telefonieren!

Hast du an alles gedacht? Bild: TeroVesalainen, pixabay, CC0

Was benötige ich zum Ausbildungsstart?

Vor dem Ausbildungsbeginn am 1. August oder 1. September gibt es einige organisatorische Dinge zu erledigen. Vieles kannst du auch im Laufe der ersten Wochen noch klären. Bedenke aber, dass gerade am Anfang der Ausbildung sehr viele neue Informationen und Eindrücke auf dich zukommen. Da ist es besser, wenn zumindest das Organisatorische schon erledigt ist. Hier ist eine Liste mit den wichtigsten Infos. Mehr Infos stehen im ChemieAzubi-Blog.

  • Persönliche Schutzausrüstung & Co: Scheu dich nicht, den Ausbildungsbetrieb zu fragen, wenn du etwas nicht weißt. Wird Berufsbekleidung gestellt (in der Regel ja)? Wann ist der Arbeitsbeginn am ersten Tag? In welcher Berufsschule wirst du lernen?
  • Girokonto einrichten: Eine gute Recherche vorab zahlt sich aus, denn einige Banken bieten verbesserte Konditionen für Azubis an. Kompliziert ist das nicht: Für die Eröffnung eines speziellen Ausbildungskontos ist in der Regel nur der Ausbildungsvertrag nötig. Außerdem solltet ihr euren Personalausweis mitbringen.
  • Krankenversicherung: Bisher warst du über die Eltern familienversichert. Mit Ausbildungsstart versicherst du dich selbst und kannst dich frei für eine Krankenkasse entscheiden. Oft helfen hier die Ausbildungsbetriebe weiter. Frag also mal in der Personalabteilung nach.
  • Steuer-Identifikationsnummer und Sozialversicherungsnummer: Für die Abrechnung der Ausbildungsvergütung benötigt der Ausbildungsbetrieb deine Steuer-Identifikationsnummer und Sozialversicherungsnummer. Beide Nummern solltest du rechtzeitig an die Personalabteilung übermitteln, damit sich die Auszahlung der Vergütung nicht unnötig verzögert. Hier sind übrigens Steuerspar-Tipps für Azubis.
  • Versicherung: Überlege mit deinen Eltern, welche Versicherungen abgeschlossen werden sollten. Viele schließen eine Rechtsschutz- und eine private Haftpflichtversicherung ab. Wer mit Ausbildungsstart in eine eigene Wohnung zieht, sollte außerdem über eine Hausratversicherung nachdenken.
  • Am besten ihr legt euch direkt einen Ordner mit den wichtigsten Unterlagen an, dann habt ihr alles griffbereit und ordentlich sortiert.

Viel Erfolg bei eurem Ausbildungsstart!

Mehr Informationen über Berufe, Bewerbung und Betriebe findest du auf dem Chemieblog

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Autorin / Autor: Chemie-Azubi - Stand: 31. Juli 2019
 
 
 

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