Tipps für mehr Geld in der Ausbildung

Bessere Balance im Geldbeutel: wie man mit Schulden in der Ausbildung umgeht – Finanzierungshilfen für Azubis – Tipps zum Steuern sparen für Azubis und Studenten

Viele Jugendliche erhalten in der Ausbildung ihr erstes eigenes Einkommen (hier das in der Chemie bei tarifgebundenen Unternehmen). Seine Finanzen selbst zu managen, ist am Anfang eine Herausforderung. Wir haben hier Tipps gesammelt, die dabei helfen. Und weil man häufig vor dem „worst case“ die Augen verschließt, fangen wir mit Schulden an. Danach machen wir weiter mit praktischen Tipps für eine bessere Balance im Geldbeutel. Und anschließend folgt die Kür mit speziellen Steuerspartipps für Azubis.

Foto: Im Regen stehen gelassen – so fühlt es sich manchmal an, wenn man Probleme hat. Hier sind Informationen, wer euch helfen kann, wenn ihr Schulden habt (Foto: Steve Halamata, Stocksnap, CC0).

Woran ihr ein Schuldenproblem bemerkt

Es gibt viele Anzeichen, an denen ihr erkennen könnt, dass ihr Schwierigkeiten mit den Finanzen habt. Treffen mehrere dieser Punkte auf euch zu, solltet ihr euch Hilfe suchen. Zum Beispiel bei einer kostenlosen Schuldnerberatung (hier ist eine Datenbank mit Adressen):

  • Ihr gebt jeden Monat euer komplettes Gehalt aus und könnt nichts sparen.
  • Ihr seid aber bei Familie, Freunden oder Kollegen in den Miesen
  • Ihr verplant Geldgeschenke, Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld lange im Voraus.
  • Ihr zahlt häufig mit Kreditkarte, weil die Abbuchung erst später erfolgt.
  • Euer Konto ist überzogen ist und der Betrag wird nicht kleiner.
  • Ihr habt Rechnungen mit Mahngebühren.

Wie Azubis Schulden verhindern können

Am wichtigsten ist, eure Einnahmen und Ausgaben aufzulisten. Wenn ihr das nicht per Hand machen wollt, gibt es diese Haushalts-App. In solchen Listen seht ihr, wo ihr Geld sparen könnt:

  • Wenn euch zum Beispiel die Wohnungsmiete ins Minus drückt, überlegt, ob ihr in eine WG umzieht. Bei der Suche nach günstigen Wohnungen können auch eure Firmen helfen.
  • Jugendliche sollten außerdem dem Wunsch widerstehen, immer das neueste Handy oder coole Markenprodukte zu kaufen, sagen die Schuldenberater. Kauft nur Sachen, die ihr euch leisten könnt.

Wie Azubis Schulden abbauen können

Um die Schulden an eure Gläubiger zurückzuzahlen, solltet ihr eine Liste mit deren Namen anfertigen. Mit dieser Liste und Dokumenten wie Verträgen, Rechnungen, Mahnungen usw. könnt ihr zur Schuldnerberatung oder zum Sozialarbeiter eurer Berufsschule gehen. Sie unterstützen euch dabei, eine Rückzahlung der Schulden zu vereinbaren. Und auch eure Eltern können euch helfen.
Hier gibt es noch weitere Hinweise, welches Verhalten Azubis schnell zum finanziellen Verhängnis werden kann.

Finanzen-Apps
1. Die Haushalts-App hilft bei der Auflistung von Einnahmen und Ausgaben und gibt Tipps zum Geldsparen.
2. Just spent liefert eine Übersicht, wie viel Geld man jeden Monat ausgibt und wofür. Damit bleiben die Ausgaben im Blick  – ganz ohne Verknüpfung zum Bankkonto.

Das Geld ist während der Ausbildung oft knapp. Aber Azubis können eine Finanzspritze vom Staat erhalten (Foto: Lulla Herbivora, flickr, CC BY-NY 2.0).

Finanzielle Unterstützung für Azubis

Welche finanziellen Hilfen es gibt und wo diese beantragt werden müssen, sind hier zusammengestellt (die ausführliche Version ist hier):

  • BAB: Müssen Azubis ihren Wohnort wechseln, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist, können sie BAB beantragen. Die BAB ist eine Fördermaßnahme der Agentur für Arbeit und soll verhindern, dass Ausbildungschancen an der Realität scheitern. Unterstützt wird nur eine staatlich anerkannte betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung.
  • BAföG: Wer eine schulische Ausbildung macht, hat die Möglichkeit BAföG zu beantragen. Anders als bei Studenten muss der monatliche Zuschuss nicht zurückgezahlt werden. Wer BAföG in Anspruch nehmen möchte, muss einen Antrag beim Amt für Ausbildungsförderung stellen.
  • Kindergeld: Für Kinder unter 25 Jahren in Ausbildung erhalten Eltern Kindergeld. Azubis können dieses Geld von ihren Eltern einfordern. Denn die Euros vom Staat sind dazu gedacht, die Ausbildung mitzufinanzieren. Bevor Azubis jedoch einen entsprechenden Antrag bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit stellen, sollten sie zuerst mit ihren Eltern klären, ob sie das Kindergeld nicht einfach überweisen können.
  • Wohngeld: Haben Azubis keinen Anspruch auf BAB, können sie bei der zuständigen Behörde Wohngeld beantragen, um ihre Miete zu finanzieren. Voraussetzung hierfür ist ein Ablehnungsbescheid für BAB und ein Nachweis, dass der bereits volljährige Azubi die Kosten für die eigene Wohnung selbst übernehmen muss.
Steuererklärung in der Ausbildung? Das lohnt sich. (Foto: Tim Reckmann, flickr, CC BY-NC-SA 2.0).

Vier Tipps zum Steuern sparen für Azubis

Und jetzt kommt die Kür: Habt ihr eure Finanzen im Griff und staatliche Unterstützung gesichert, kann man sich überlegen, wie man an seine Steuerrückzahlung gehen kann.

  • Generell: Die Steuererklärung einzureichen, lohnt sich. Auch wenn man ein geringeres Einkommen hat. Verdient man mehr als 450 Euro im Monat, werden eventuell Lohnsteuer, auf jeden Fall aber Sozialabgaben wie Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. Als Schüler oder Schulabgänger kann man zunächst über seine Eltern versichert bleiben. Wer im Jahr weniger als den Grundfreibetrag von aktuell 8.372 Euro (Stand 2017) verdient, bekommt die gezahlten Steuern nach Einreichung seiner Steuererklärung wieder vom Staat zurück.
  • Werbungskosten und Sonderausgaben: Studiengebühren, Arbeitsmittel, Fachliteratur: das kann alles abgesetzt werden. Schließlich investiert man in seine Qualifizierung. Weitere Beispiele sind Arbeitskleidung, Bewerbungskosten, einen Computer oder Büromaterial, aber auch Lehrgangs-, oder Seminargebühren. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Werbungskosten sind Kosten, die in Verbindung einer beruflichen Tätigkeit stehen. Von sich aus gewährt das Finanzamt pauschal 1.000 Euro Werbungskosten. Wer mehr ausgegeben hat, kann sich sein Geld bei der Steuererklärung durch detaillierte Angaben wieder zurückholen.
    • Sonderausgaben hingegen sind Ausgaben, die im privaten Bereich entstanden sind, laut Gesetz aber trotzdem bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden dürfen. Sonderausgaben werden jedoch nur für das Jahr anerkannt, in dem sie entstanden sind. Bei den Sonderausgaben können maximal 6.000 Euro „Sonderausgaben“ im Jahr für die erste Berufsausbildung von der Steuer abgesetzt werden.
  • Miete anrechnen lassen: Bildet der Ausbildungs- bzw. Studienort nicht auch gleichzeitig den Lebensmittelpunkt, bzw. ist der Erstwohnsitz weiterhin bei den Eltern gemeldet, können Studenten oder Azubis die Miet- und Nebenkosten komplett von der Steuer absetzen. Als Nachweis reichen ein gemeldeter Erstwohnsitz, Tankquittungen oder Bahntickets für die regelmäßigen Wochenend-Besuche.
  • Fahrtkosten absetzen: Wer studiert oder eine Ausbildung macht, kann Fahrten zum Ausbildungsbetrieb und zur Berufsschule absetzen. Mehr zu diesen Tipps kann man hier nachlesen.

Mehr Informationen über Berufe, Bewerbung und Betriebe findest du auf dem Chemieblog

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Autorin / Autor: Chemie-Azubi-Blog - Stand: 27. Juni 2017
 
 

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