Alles auf einen Blick: hilfreiche Tipps zur Berufswahl

Drei Fakten über den Arbeitsmarkt und was das für Schülerinnen und Schüler bedeutet – Was lohnt sich mehr: Ausbildung oder Studium? – Wie geht man richtig an die Berufswahl heran und wie geht man möglichst schlau dabei vor?

Den Fachkräftemangel an sich gibt es nicht - nur eine ungleiche Verteilung, da viele sich für die gleichen Berufe interessieren. (Foto: Joanna Kosinska, Stocksnap, CC0, bearb.)

Es ist Jahresbeginn und da fragen sich viele, wie es in ein paar Monaten, nachdem man die Zeugnisse in der Hand hält, weitergehen soll. Es ist Zeit, sich über seine berufliche Zukunft Gedanken zu machen.

Als erstes sollte man sich die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt ansehen. Und sich überlegen, was das für die eigene Zukunft bedeutet. Dann stellt sich natürlich die Frage, welcher Qualifikationsweg die bessere Option ist: Ausbildung oder Studium? Auch hier muss man mit einigen Vorurteilen aufräumen. Aber dann ist der Weg frei für die eigentlich interessante Frage: wie finde ich heraus, welcher Beruf zu mir passt? Auf alle Fragen gibt es hier die Antwort.

Drei Fakten über den Arbeitsmarkt und die passende Alternativstrategie
Viele glauben, dass sie sich einfach einen Beruf aussuchen können. Als Argument werden die beiden Schlagwörter demographischer Wandel und Fachkräftemangel genannt. Doch so einfach ist es nicht. Warum? Das erklärt Maja Skubella auf dem ChemieAzubi ausführlich. Die Keyfacts haben wir hier:

Fakt 1: Die Schulabsolventen möchten etwas machen, was nicht gesucht wird. So entsteht eine Schieflage: 800 Bewerbungen auf eine kaufmännische Stelle sind keine Seltenheit. Handwerkliche oder (produktions-)technische Bereiche bleiben unterbesetzt. Alternativstrategie: Es gibt so viele interessante Ausbildungsberufe und Studiengänge, die nicht so bekannt sind, dafür aber umso mehr Zukunftspotential haben. Zum Beispiel in den MINT-Branchen. Allein die Chemiebranche hat mehr als 50 verschiedene Ausbildungsberufe im Angebot.

Fakt 2: Es gibt zu wenige Fachkräfte in technischen Berufen. Alternativstrategie: Finger weg von überlaufenen Bereichen. Such deinen eigenen Weg und schau in Feldern, in denen Nachwuchs gesucht wird. Besonders die Berufe Chemikant, Elektroniker und Verfahrensmechaniker werden gesucht. Sie sind interessanter und anspruchsvoller, als viele denken.

Fakt 3: Es gibt immer mehr qualifizierte Bewerber auf dem Arbeitsmarkt, vor allem im kaufmännischen oder Kommunikationsbereich. Akademiker konkurrieren mit kaufmännischen Berufen. Das hat zur Folge, dass Akademiker später auf Assistenz- oder Referentenstellen "festsitzen" - es gibt eben weniger Führungspositionen. Alternativstrategie: Werde spezieller und setz' auf Zukunftsfelder mit guten Berufsaussichten. Stichwort Studium statt Ausbildung – hier gibt es einige Vorurteile. Die schauen wir uns jetzt an.

Es gibt so viele verschiedene Wege in den Beruf – das einer besser ist, als der andere, kann man nicht pauschal sagen (Foto: Flazingo Photos, flickr, CC BY-SA 2.0, bearbeitet).

Stimmt es, dass sich ein Studium mehr lohnt, als eine Ausbildung?

Viele erhoffen sich von einem Studium bessere Karriereperspektiven und ein höheres Einkommen. Doch was ist dran an diesen Vorstellungen? Die IHK Koblenz hat die Fakten gecheckt. Wir haben ihre Analyse und ihr Rechenbeispiel im ChemieAzubi-Blog zusammengefasst; dort steht auch mehr zu den Zahlen und Statistiken. Das Fazit der Analyse: die Chancen der beruflichen Bildung werden unterschätzt. Hier in kurz das Ergebnis:

  • Abitur ist keine Garantie für einen gut bezahlten, sicheren und interessanten Job; und Akademiker bekommen nicht automatisch die besseren Jobs.
  • Es sind eher die Facharbeiter, die später einen Beruf und eine Position haben, der ihren Qualifikationen entspricht.
  • In den MINT-Jobs werden mehr Facharbeiter als Akademiker gesucht.
  • Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist bei Facharbeitern mit Weiterqualifizierung (Techniker, Meister) geringer.
Christian Popescu berichtet aus seiner Erfahrung in Sache Berufswahl (Foto: privat).

Berufsorientierung: wie man pragmatisch und einfach vorgehen kann

Jetzt seit ihr schlauer, kennt die Mythen und Vorurteile des Arbeitsmarktes und der beiden wichtigsten Qualifizierungswege – Studium und Ausbildung. Und jetzt? Wie entscheidet man sich für das, was für einen selbst das Beste ist? Vielleicht hilft die Erfahrung von Christian Popescu weiter. Seit vielen Jahren arbeitet er an der IGS Frankenthal als Berufswahlkoordinator. Das komplette Interview kann man auf dem Blog lesen. Christian Popescu hat drei Tipps an Schüler, die gerade herausfinden wollen, welcher Beruf für sie passt:

1. Fragt in der Familie nach ihren Jobs. Sie können euch einen guten Eindruck in die Arbeitswelt geben. Aber: Entscheidet euch am Ende für eine berufliche Richtung, mit der ihr euch identifizieren könnt.  Macht eine Liste mit euren Fähigkeiten, Interessen und Wünschen. Der nächste Schritt ist dann eine Liste mit Berufen, die dieser Richtung entsprechen. Dann schaut nach konkreten Angeboten.

2. Die Möglichkeiten nach der Schule sind so groß, da verliert man schnell den Überblick. Es ist hilfreich, sich die Angebote in der Region anzusehen. Denn das Angebot an Berufseinstiegen hängt von den Arbeitgebern in der Region ab. Es lohnt sich, vor Ort zu schauen, ob ein Berufsbild dabei ist, das man interessant findet. (Auch, wenn es kein Trendberuf ist. Es kann leider nicht jeder Youtuber werden.)

3. Macht einen Plan B. Christian Popescu möchte nicht entmutigen. Aber wer sich auf eine einige Möglichkeit fokussiert, bringt sich in eine schwierige Lage, wenn der Traum zerplatzt.  Die Entscheidung für einen Beruf ist schließlich auch eine gegen viele andere Berufe. Häufig gibt es ganz ähnliche Berufe; sie heißen bloß anders, werden in einem anderen Unternehmen angeboten oder laufen über einen anderen Ausbildungsweg. Welche anderen Berufsbilder in Frage kommen, kann zum Beispiel mit dem Ausbildungsfinder herausfinden.

Für die Eltern hat Popescu auch einen Hinweis
Viele glauben, dass nichts passiert, wenn sie keinen Druck machen. Aber dem widerspricht er. Er erklärt: "Solange sich die Kids mit dem, was ihnen vorgegeben wird, nicht selbst identifizieren können, vor allem, wenn es ihre eigene Zukunft betrifft, wird Druck nicht viel bewirken." Die Schüler machen sich durchaus Gedanken über ihre berufliche Zukunft. Vielleicht sind sie von den bisherigen Optionen einfach nicht überzeugt. Weil das Angebot noch nicht den eigenen Stärken oder Interessen entspricht.

Was können Eltern stattdessen tun? Reden Sie mit Ihren Kindern über Ihren Job: Was machen Sie? Welches sind Ihre alltäglichen Aufgaben? Welche Herausforderungen haben Sie gemeistert, und woran sind Sie gescheitert und was haben Sie dabei gelernt? Die wenigsten Schüler wissen, wie die Arbeitswelt ihrer Eltern aussieht.

Mehr Informationen über Berufe, Bewerbung und Betriebe findest du auf dem Chemieblog

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Autorin / Autor: Chemie-Azubi-Blog
 
 
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