Hausaufgaben: Unterstützung besser als Einmischung

Studie belegt, dass elterliche Hilfe bei Hausaufgaben nicht unbedingt zu besseren Schulleistungen führt

Wenn die Zeugnisnoten schlechter werden, hängt meist nicht nur der Haussegen schief, sondern viele Eltern denken, sie müssten sich ab sofort stärker in die Hausaufgaben ihrer Söhne oder Töchter einmischen. Ob diese Hilfe so ideal ist, ist jedoch in der Wissenschaft umstritten. Viele Studien kommen zu widersprüchlichen Aussagen. "Das liegt unter anderem daran, dass die Studien ganz unterschiedliche Aspekte der elterlichen Hausaufgabenhilfe untersucht haben. Einige erheben zum Beispiel nur, wie oft Eltern ihren Kindern helfen und nicht, wie diese Hilfe konkret aussieht.", erklärt Ulrich Trautwein, Professor für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen.

Eine gerade erschienene Studie Deutscher und Schweizer Wissenschaftler_innen kommt zu dem Schluss, dass elterliche Hilfe bei Hausaufgaben nicht unbedingt zu besseren Schulleistungen führt. Für die Auswertung der Längsschnittstudie wurden knapp 1700 Schweizer Schüler_innen und ihre Eltern über einen längeren Zeitraum hinweg befragt und das elterliche Engagement bei den Hausaufgaben in Klassenstufe 6 sowie die Leistungsentwicklung über ein Schuljahr gemessen. Interessantes Ergebnis: sowohl die Deutschnoten als auch die Leistungsentwicklung im Lesen bei Kindern, deren Eltern häufig bei den Hausaufgaben halfen, fielen schlechter aus als bei Kindern, die ihre Hausaufgaben selbstständig machten. Die Ergebnisse wurden im „Journal of Educational Research“ veröffentlicht.

Unterstützung gut - aber in Maßen

En weiteres Ergebnisse der Studie war, dass sich die Qualität des elterlichen Beistands von Familie zu Familie deutlich unterscheidet. Am ehesten profitierten die Kinder von der Hilfe, wenn die Einmischung der Eltern sich in Grenzen hielt, sie aber dennoch zur Unterstützung des Lernprozesses zur Verfügung standen.

„Es macht einen großen Unterschied, ob Kinder die Unterstützung der Eltern als Hilfe oder als unliebsame Einmischung und Kontrolle empfinden“, erklärt Sandra Moroni von der Pädagogischen Hochschule Bern, die Erstautorin der Studie. Da Eltern bekanntlich oft verstärkt dann eingreifen, wenn die Leistungen ihrer Kinder nachlassen, frustriert das Kinder oft doppelt. Ihnen wird dadurch signalisiert, dass sie gute Leistungen anscheinend nicht alleine erreichen können. „Das führt zu einem Teufelskreis“, erklärt Moroni. Ihr Rat: Zunächst genau prüfen, warum die Leistung nachgelassen hat, und dann – auch gemeinsam mit den Lehrkräften – nach Möglichkeiten suchen, wie die Hausaufgabenerledigung wieder in die Eigenverantwortung des Kindes gehen kann.

Ein solches Vorgehen wäre übrigens auch billiger, denn wie aus einer ebenfalls gerade veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, erhält jede/r siebte Schüler bzw. Schülerin zwischen 6 und 16 Jahren in Deutschland privat finanzierte oder kostenfreie Nachhilfe. Dafür werden jährlich 879 Millionen Euro ausgegeben. Am häufigsten verbreitet ist die Lernunterstützung übrigens an Gymnasien: Fast jede/r fünfte Gymnasiast/in (18,7 Prozent) nutzt Nachhilfe. Besonders gefragt sind Fächer wie Mathematik (61 Prozent aller Nachhilfeschüler_innen) gefolgt von den Fremdsprachen (46 Prozent) und Deutsch (31 Prozent).

Quellen

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Januar 2016
 
 

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