Wir waren hier

Autorin: Nana Rademacher
ab 12 Jahren

Die fünfzehnjährige Anna schlägt sich mit ihren Eltern in Berlin irgendwie durch. Wir schreiben das Jahr 2039 und die Stadt liegt in Trümmern, die Erde ist grau und verseucht, es gibt nichts zu essen, selten Strom, es ist eiskalt, dafür besteht aber immer wieder die Gefahr, von Soldaten aufgegriffen zu werden, weil man gegen irgendwas verstößt. Gegen was, ist unklar. Die Regeln sind nebulös, aber das Leben der in der trostlosen Ruine verbliebenen Bewohner  wird von Verboten und Schikanen geprägt.
Was mit einem geschieht, wenn man abgeholt wird, weiß keiner, denn es ist noch nie einer zurückgekehrt. Zumindest bis jetzt nicht.  Annas Eltern experimentieren mit Gemüsesamen und alle zusammen träumen sie davon, "aufs Land" zu ziehen, denn dort - so hoffen und glauben sie - ist die Natur noch intakt, so dass angebaut werden kann. Die internetversierte Anna lernt übers Netz Ben kennen, alles höchst illegal, aber immerhin treffen sie sich und verlieben sich ineinander, müssen sich trennen, sehnen sich nacheinander. Ben ist einer von denen, die zurückkommen, obwohl er geschnappt wurde.

Dann sterben Annas Eltern und Anna bleibt schließlich alleine auf der eiskalten Dachterrasse zurück. Ben tut alles, zu ihr zu gelangen und schafft es im letzten Moment, sie vor dem Erfrieren zu bewahren. Dann beginnt eine abenteuerliche und gefährliche Flucht durch die Stadt, in den Untergrund, aus einem schrecklichen Heim und schließlich "aufs Land". Ob das dann so gelobt ist, wie Anna und Ben sich erträumt haben, müsst ihr selbst lesen.

"Wir waren hier" ist ein düsterer, apokalyptischer Roman, mitreißend (und herzzerreißend) geschrieben, der einen bis zur letzten Seite gefangen hält. Ein wirklich spannendes Buch, mit einem überraschenden Ende, über das ich jetzt natürlich nichts verraten kann und will. Mir hast das Buch sehr, sehr gut gefallen, aber wer ein Frühlings-gute-Laune-Buch sucht, sollte dann doch lieber die Finger davon lassen.


Erschienen im Ravensburger Verlag

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    Autorin / Autor: luthien - Stand: 24. Januar 2016