Und plötzlich bist du jemand anders

Autor: Christian Tielmann
Ab 12 Jahren
96 Seiten

In dem Jugendbuch "Und plötzlich bist du jemand anders“ von Christian Tielmann geht es um Sten, dessen Freund Theo in die Fänge einer mysteriösen Gruppe gerät.
Eigentlich kann Sten und Theo nichts voneinander trennen, doch plötzlich fängt Theo an, sich stark zu verändern. Er tritt aus der von ihm und Sten gegründeten Band aus, verkauft all seine Sachen und zieht sich völlig zurück. Sten möchte seinem Freund helfen und kommt einer Gruppe namens ,Haus der Erkenntnis‘ auf die Spur, die Mitgliedern eine sehr teure, aber anscheinend effektive Lebensberatung anbietet. Kann Sten Theo warnen, bevor sein Freund ihm endgültig entgleitet?

Der Roman "Und plötzlich bist du jemand anders“ behandelt das Thema Sekten und dubiose Lebensberatungen. Vor allem Kinder sind gefährdet, in die Fänge von Organisationen zu geraten, die sie ausnutzen oder deren Unwissenheit missbrauchen. Besonders Jugendliche, die Probleme im privaten oder schulischen Umfeld haben und nicht das Gefühl haben, Freunde oder Familie könnten ihnen Halt geben, können leicht in solche Kreise abrutschen. Die Organisationen zeigen ihnen dann einen vermeintlich einfachen Weg auf, wie sie ihre Probleme ,behandeln‘ können. Diese Wege sind zeitaufwendig und häufig sehr teuer, sodass gerade Jugendliche gefährdet sind, in die Kriminalität abzurutschen. Gleichzeitig entsteht eine Exklusivität und eine Abhängigkeit, die dazu führt, dass Jugendliche sich an die Gruppe binden, da sie Angst haben, alleine ihre Probleme zu bewältigen. 

Dabei zeigt das vorliegende Buch, dass es nicht immer um eine komplette Gehirnwäsche oder völlige Abhängigkeit wie bei großen Sekten geht, sondern auch um vermeintlich harmlose Beratungen oder Lebenshilfe-Angebote. Die Gefährlichkeit dieser Institutionen, die Jugendliche und auch Erwachsene schamlos ausnutzen wird dargestellt. Christian Tielmann rückt in seinem Buch allerdings nicht den betroffenen Jungen Theo, sondern seinen Freund Sten in den Vordergrund. So wird deutlich, wie Angehörige leiden und auch vor welchen Problemen sie stehen, wenn sie Betroffenen helfen wollen. Der Leser erhält durch den Roman auch in gewisser Weise die Mahnung, aufzupassen und dafür Sorge zu tragen, dass Menschen wie Theo nicht in solche Kreise geraten.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne über ernstere Themen liest. Der Roman ist zwar sehr kurz (95 Seiten im Großdruck), dafür aber eindrücklich und auch ein wenig beklemmend. Das offene Ende lädt ein, sich selber seine Gedanken zu diesem heiklen Thema zu machen. Ein sehr lesenswerter Roman!

Erschienen bei: Ravensburger

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Autorin / Autor: hanami - Stand: 24. Juli 2013