Raum 213 - Harmlose Hölle

Autorin: Amy Crossing

Buchcover Raum 213 - Harmlose Hölle

Die Eerie High ist eine Schule wie jede andere auch. Zumindest auf den ersten Blick. Denn Zimmer 213 ist alles andere als normal: Jeder, der diesen Raum betritt, durchlebt seine ganz persönliche Hölle. Ob das Opfer sie auch überlebt, ist eine ganz andere Frage.

Die 17-jährige Liv geht auf ebendiese Schule und hält die Gerüchte natürlich um Raum 213 für Unsinn. Und doch wird sie mehr mit diesem Zimmer zu tun haben, als ihr lieb ist. Denn nachdem ihr Freund vor ihren Augen ein anderes Mädchen geküsst hat, beginnt die Talfahrt ihres Lebens. Der unheimliche Ethan verfolgt und bedroht sie und als Liv schließlich die Leiche seiner Ex-Freundin in ihrem Garten findet, wird ihr klar, dass sie seine Andeutungen vielleicht ernster nehmen sollte. Denn Ethan ist kein gewöhnlicher Stalker: Er wurde vor zwei Jahren vor Raum 213 aufgefunden, verstört und mit gebrochenem Bein, und diese Geschehnisse scheinen mehr mit Liv zu tun zu haben, als sie selbst ahnt...

Aufbau & Sprache
Raffiniert aufgebaut besteht das Buch aus Szenen aus Livs Sicht, die sich mit Rückblicken von Ethans Zeit in Raum 213 abwechseln. Auffällig ist, dass diese Rückblicke sprachlich deutlich echter und gekonnter wirken als der übrige Teil des Buches, denn obwohl Amy Crossing zum Glück auf eine bemühte „Verjugendlichung“ ihrer Sprache verzichtet, wirken die Szenen aus Livs Sicht seltsam aufgesetzt. Auch die Hauptfigur kommt eher pseudo-cool rüber, die Tragik ist an manchen Stellen zu dick aufgetragen.

Spannung & Mysterium
Das Mysterium um Raum 213 macht allerdings so neugierig, dass es trotz dieser Schwächen eher schwerfällt, das Buch lange aus der Hand zu legen. Denn man will endlich wissen, was es mit diesem Zimmer auf sich hat, das Ethan in den Wahnsinn trieb! Denn er scheint in dem Raum so starke Halluzinationen gehabt zu haben, dass er Realität nicht mehr von Einbildung zu unterscheiden wusste.

Auf eine ausgeklügelte Auflösung wartet der Leser jedoch vergeblich, denn obwohl am Ende des Buches natürlich alle Zusammenhänge offengelegt werden, rückt Raum 213 in den Hintergrund, als wäre der Autorin keine kreative Erklärung eingefallen. Schade, denn obwohl die Idee eines solchen Zimmers natürlich nicht neu ist, hat dieses Element des Thrillers doch einen großen Teil der Spannung ausgemacht.

Fazit
Während des Lesens ist das Buch durchaus fesselnd, doch hat man es einmal beendet, fragt man sich eher, was denn der Sinn dieser Geschichte war, fällt der Abschluss im Vergleich zur Idee doch eher enttäuschend  aus. Vielleicht hätte ein wenig von der tragischen Hintergrundgeschichte weggekürzt und detaillierter auf die Wirkung, die Raum 213 auf Menschen haben kann, eingegangen werden sollen.
Doch hier wird er eher genutzt, um neugierig auf das Buch zu machen, wird doch sogar in der Einleitung erwähnt, dass die Geschehnisse sich dort „tatsächlich so zugetragen haben“ und der Raum immer noch existiert, nun aber „unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen für die Öffentlichkeit versiegelt wurde." Diese Einleitung wirkt ein wenig fehl am Platz, verspricht sie doch mehr, als das Buch tatsächlich halten kann. Dass dies der Fall ist, lässt auch schon das Covers erahnen, denn das Schnörkel-Design ist nun wirklich nicht die beste Umschlaggestaltung eines Thrillers!

Es bleibt abzuwarten, ob Amy Crossing ihr Debüt noch toppen kann, denn schon im März erscheint der zweite Teil der Reihe um Raum 213. Vielleicht erfahren wir ja dann noch mehr darüber, wie genau er funktioniert.

Erschienen bei Loewe

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Autorin / Autor: Jana Schaefer - Stand: 30. Dezember 2013