Projekt Schulkantine

Beitrag der Max Brauer Schule in Hamburg

Motivation

Upcycling ist eine zeitgemäße Art, alltägliche Gebrauchsgegenstände selber herzustellen. Dabei handelt es sich nicht mehr um eine kleine Randbewegung innerhalb der DIY-Bewegung, sondern um eine anerkannte Designtechnik, die sich durchaus auch hochwertig und teuer vermarkten lässt. Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist hierbei zentral.
Um den Gedanken der Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch kennen zu lernen, bietet sich hierzu eine praktische Übung an, in der die SchülerInnen ein Produkt planen und umsetzen sollen.
Hierbei sollen die SchülerInnen erkennen, dass sie Einfluss auf die Gestaltung von Lebensräumen haben und dass die Umsetzung machbar, kostensparend und energieschonend ist, wenn man nachhaltig denkt. Außerdem macht das (Um-)Gestalten von Alltagsgegenständen Spaß - und das ist schließlich stets die größte Motivation!

Entstehungsgeschichte

Projektidee: Die neue Schulkantine zu einem gemütlichen Essens- und Lebensraum für SchülerInnen und LehrerInnen umzugestalten.

Jahrelang beschränkte sich die Essensausgabe für SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8 bis 13 der Max-Brauer-Schule auf ein „Loch in der Wand“ in einem Kellerraum der Schule. In diesem Raum gab es weder Sitzgelegenheiten noch andere Elemente, die zum Verweilen einluden. Das Essen war schlecht und die Atmosphäre untragbar.
Mit dem Schuljahr 2016/2017 gründete sich ein Kantinenverein aus Elternmitgliedern, mit dem Ziel, jeden Tag gesundes Essen für ca. 800 SchülerInnen und LehrerInnen anzubieten.
Der 2-stündige Kunstkurs der 12. Klasse sah hierin eine Chance, den Raum nach dem Geschmack der SchülerInnen einzurichten, wobei alle Produkte selbstständig hergestellt werden sollten.
Hierbei galt es, die Kosten gering zu halten und möglichst nachhaltiges Material zu verwenden. So sind innerhalb von 3 Monaten viele einzigartige Upcyclingprodukte entstanden, die unsere Kantine nun zu einem schönen Ess- und Aufenthaltsraum gemacht haben. Wir haben den Kantinenraum sogar um eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten erweitert, sodass das Mittagessen zukünftig auch draußen eingenommen werden kann.
Die Geschichte ist jedoch noch nicht zu Ende. Mit dem Preisgeld wollen wir mit der jetzigen 12. Klasse weitere Sitzgelegenheiten, Lampen und Pflanzenhalter bauen.

Umsetzung der Projektidee

Zunächst beschäftigten wir uns im Kunstkurs mit der Geschichte von Designmöbeln. Wir ließen uns von der großartigen Designsammlung im Museum für Kunst & Gewerbe in Hamburg inspirieren, sammelten Ideen, skizzierten und bauten Prototypen.
Zwei Schülerinnen hatten die Rolle der „Chefdesignerinnen“ inne und waren für die Kommunikation zwischen dem Kantinenverein (unsere Geldgeber) und den Schülerinnen zuständig, denn alle Ideen, Änderungen, das Material und die Kosten mussten eng mit den „Arbeitgebern“ abgestimmt werden.
Durch die Ideen und Prototypen wurde auch schnell ein übergeordnetes Einrichtungsmotto für die Hamburger Kantine deutlich: Strand, Meer, Pause.

So entstanden u.a. folgende Produkte:
1. Aus einer alten Holzbohle entstand eine moderne Hängelampe
2. Ein vermoderter Strandkorb wurde zu einer gemütlichen Sitzecke
3. Palettenholz wurde zu einem Papierkorb

4. Eine Obstkiste wurde zu einem „Ausstellungsfenster“
5. Aus großen Kabeltrommeln wurden unterschiedliche Tische
6. Ausrangierte Hocker und Autoreifen wurde zu bequemen Sitzmöbeln
7. Aus Fritz-Kola Kisten wurden wasserfeste Sitzgelegenheiten
8. Aus einem alten Windsegel wurde ein Sonnensegel
9. Ein Holzbrett und Baumstämme fungieren nun als Sitz-Fensterbank
10. Zwei ausrangierte IKEA-Regale dienen nun als Sitzbänke

Bei einigen Produkten mussten wir auf Neuware zurückgreifen:
– wir bauten eine Holzterrasse im Außenbereich
– Graffiti wertet nun die Innenwände der Kantine auf

Bei unserem Projekt profitierten wir von den Räumen der Arbeitslehre in unserer Schule. So bekamen wir auch zeitweise Unterstützung und Tipps von Lehrern der Arbeitslehre. Die SchülerInnen arbeiteten jedoch auch in ihrer Freizeit nach dem Unterricht, da die Räume der Arbeitslehre oft besetzt waren.

Beteiligte

Insgesamt waren wir 26 SchülerInnen der 12. Klasse und 1 Kunstlehrerin, die das Projekt umsetzten. Unterstützt wurden wir von Eltern des Kantinenvereins und von Lehrern der Arbeitslehre. Der Hausmeister gab uns wertvolle Tipps für die Elektrik, denn das ist ein Bereich, in dem wir strengen Auflagen unterlegen waren.

Umweltbezug

Die Max-Brauer-Schule arbeitet in der Oberstufe traditionell in Profilen, deren Fächer auch inhaltlich eng miteinander verzahnt werden. Während der Beschäftigung mit Design und der kreativen Umsetzung von Upcycling-Produkten im Kunstunterricht behandeln die SchülerInnen zeitgleich im Biologieunterricht Themen der Ökologie und im Politikunterricht Themen der Ökonomie. So stellen wir sicher, dass unterschiedliche Blickwinkel auf einen Themenbereich fachlich fundiert vermittelt werden.

Bei der Vermittlung von Designprozessen ist es wichtig, die Schülerinnen selbst handwerklich tätig werden zu lassen, damit sie lernen, selbstwirksam und ressourcensparend zu denken und zu handeln.

In der heutigen Überflussgesellschaft sind Denk- und Handelsprozesse von großer Wichtigkeit. Die SchülerInnen sollen bei diesem Projekt erkennen, dass sie Einfluss auf die Gestaltung von Lebensräumen haben und dass die Umsetzung machbar, kostensparend und energieschonend ist, wenn man nachhaltig denkt.

Bei dem Kantinenprojekt schaffen die SchülerInnen außerdem etwas für die Schulgemeinschaft und lassen somit alle SchülerInnen der Max-Brauer-Schule die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit von Upcycling-Design erkennen.

Hier geht es zur Wettbewerbsausschreibung

Autorin / Autor: Max Brauer Schule in Hamburg - Stand: November 2017
 
 
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