MUC

Autorin: Anna Mocikat

Buchcover

Pia verlässt überstürzt ihr Bergdorf, denn sie soll mit einem Mann verheiratet werden, den sie nicht liebt. Außerdem möchte sie ihren Bruder suchen, der schon vor ihr die Flucht angetreten hat und sich auf in die mythenumrankte Stadt MUC gemacht hat. Superheldinnengleich schlägt sie sich erst durch die Wildnis und dann durch die Ruinen, die das "große Sterben" von der Menscheit übrig gelassen haben. Ein schrecklicher Virus hat die Bevölkerung vor hundert Jahren radikal reduziert und der Zivilsation, wie wir sie heute kennen, ein jähes Ende bereitet. Nur Rothaarige hatten die Epidemie überlebt - fast nur Rothaarige, denn Pia ist anders, sie lebt und sie hat schwarze Haare. Das bringt ihr natürlich nur Schwierigkeiten ein, zum Beispiel bei einer Horde primitiver Menschen, aus deren Fängen sie nur in letzter Sekunde gerettet wird.
Die Rettung kommt durch eine kleine Truppe von Untergrundkämpfen - angeführt von einer amazonenhaften Superfrau. Sie führen Pia in MUC ein und es zeigt sich, dass es alles andere als ein Paradies ist, in der ein selbsternannter Prophet ein hartes Regiment führt.
Pia verliebt sich erst in einen der Untergrundkämpfer, dann in den geheimnisvollen Elias, der offenbar zur herrschenden Seite gehört. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Das Szenario ist spannend, die Idee gut, aber das Buch ist eher ein Film als ein Roman. Man merkt der Autorin an, dass sie den Großteil ihres Schaffens mit Drehbüchern verbracht hat. Der sprachlich einfach gehaltene Roman lebt von Bildern, von Action und den Kostümen der Figuren. Die etwas klischeehaften Charaktere bleiben dabei allerdings merkwürdig seelenlos. Pia ist eine unrealistisch begnadete Kletterin und besteht rasante Verfolgungsjagden, die Lara-Croft-artige Anführerin der kleinen Truppe trägt bauchfrei und Irokesenschnitt, aufkommende Liebe, die fast ebenso schnell wieder abgehakt wird, äußert sich durch tiefe Blicke in krass grüne Augen. Gefühle kommen so beim Leser kaum auf, es gibt zudem Handlungsfäden, die nicht weitergeführt werden (soll es wohl einen zweiten Teil geben?) und irgendwie bleibt das Ganze so ein oberflächliches, aber kurzweiliges Leseerlebnis, das man ausschließlich in Bildern abspeichert.

Fazit
Eine spannende Geschichte mit einer überraschenden Wendung am Ende, die man so weglesen kann, die einen aber kaum berührt. Als Film sicher geeigneter!

Erschienen bei Knaur

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Autorin / Autor: luthien - Stand: 30. Dezember 2014