Mit eigenen Augen

Autoren: Arne Svingen & Christoffer Grav

Graphic Novel sind eine relativ neue Art von Bilderbuch - aber nicht für Kinder gedacht. Im Vordergrund der Geschichte stehen Illustrationen, die einen großen Teil der Story anschaulich künstlerisch erzählen und ein ganz bestimmtes Gefühl transportieren sollen. Zum Buch: 2010 erschien "Mit eigenen Augen" in Norwegen, 2013 kam es nun auch in Deutschland auf den Markt.

Darum geht's: Jim ist ein schon recht bekannter Rockstar, seine Fans geben sich ihm bei seinen energiegeladenen Konzerten ganz hin. Er ist jung, sieht gut aus und ist eitel. Auf seinen Konzerten macht er jedes Mal eine große Show, aber er ist nicht mehr zufrieden und verspürt dabei keinen Kick mehr. Tief in sich drin weiß er, dass er nach etwas anderem sucht. Ihn nervt es langsam, dass junge Mädels auf ihn fliegen und er überall erkannt wird.

Melancholisch und sehr emotional erzählt das Buch, wie der Rockstar fernab vom Getöse ein Mädchen kennenlernt, die ihn erst überhaupt nicht beachtet. Dies hat aber einen Grund: sie ist blind, sieht nichts. Von diesem Moment an ist Jim von dem rothaarigen Mädchen namens Lise fasziniert.
Durch sie lernt er, die Welt wieder mehr zu fühlen und mit anderen Augen zu sehen. Er interessiert sich immer weniger für seine Karriere.
Doch er verliert Lise aus den Augen, sucht sie überall verzweifelt. Durch einen Zufall findet er sie schließlich, sie spielt das Lied, das er für sie geschrieben hat. Sie bleiben zusammen - es gibt ein (leicht kitschiges) Happy End.

Mich persönlich hat das Buch leider nicht überzeugt, dies liegt vor allem an den Illustrationen. Die Hautpersonen sind mir zu modelmäßig und klischeehaft gezeichnet. Vor allem Lise bleibt fast vollständig eine Erscheinung ohne Geschichte, Hintergrund oder Persönlichkeit, nur eine perfekte Hülle. Die Geschichte hätte besser umgesetzt werden können.

Erschienen im Sauerländer Verlag

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Autorin / Autor: mietzi8 - Stand: 4. März 2013