Mein Ein und Alles

Autorin: Beth Kephart
Übersetzt von Cornelia Stoll
ab 14 Jahren

1990: Emmy hat sehr früh ihren College-Freund Peter geheiratet, der sie aber schlecht behandelt. So wird Emmys kleine Tochter schnell ihr ganzer Lebensinhalt. Das Baby ist vier Monate alt, als Emmy die Kleine nur kurz draußen im Garten alleine lässt, um schnell etwas aus dem Haus zu holen. Als Emmy zurückkommt, ist ihr Baby weg. Die Polizei sucht nach dem Kind, und auch Emmy macht sich auf die Suche, doch das Baby bleibt verschwunden. Emmy bekommt einen Nervenzusammenbruch und kommt in eine Klinik.

2004: Die 14-jährige Sophie ist mal wieder mit ihrer Mutter umgezogen. Sie hat schon etliche Umzüge hinter sich, denn Sophies Mutter fühlt sich „vom Bösen“ verfolgt. Aus diesem Grund lebt Sophie auch sehr abgeschottet von ihrer Umwelt. Zur Schule darf sie nicht; ihre Mutter unterrichtet sie selbst. Doch in der neuen Wohnung gelingt es ihr, durch das Dachfenster Kontakt zu ihren Nachbarn aufzunehmen. So lernt sie Joey und seine beiden Tanten kennen und erfährt endlich, dass ihr Leben so, wie sie es führen muss, keineswegs „normal“ ist. Endlich lernt Sophie, ihre Situation zu hinterfragen…

Meine Meinung zum Buch
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass „Mein Ein und Alles“ für mich kein reines Jugendbuch ist. Es ist so gut geschrieben, so emotional und tiefgründig, dass ich es auch erwachsenen Lesern gerne ans Herz legen würde. Das Buch hat mich sehr mitgenommen und mich von der ersten Seite an gefesselt. Zwar kann man sich als Leser schon recht schnell denken, worauf die Geschichte hinauslaufen wird, aber dennoch ist die Story nicht vorhersehbar und auch nicht langweilig. Man begleitet die Protagonisten auf ihren Lebenswegen und wartet einfach gespannt, wann sie endlich die richtigen Schlüsse ziehen werden, und was dann passieren wird!

Die beiden Handlungsstränge – einmal Emmys Geschichte und einmal Sophies Geschichte – werden abwechselnd erzählt. Beide Handlungsabläufe sind sehr spannend, mitreißend und sehr gefühlvoll. In beide Protagonistinnen konnte ich mich gut hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Das Traurige an der Geschichte ist einfach, dass sie wahr sein könnte, was die Story noch realer erscheinen lässt.
Ich hatte mit „Mein Ein und Alles“ sehr schöne, ergreifende und spannende Lesestunden und möchte das Buch gerne weiterempfehlen! Es lohnt sich wirklich, dieses Buch zu lesen, denn es wirkt noch lange nach und hebt sich von der breiten Masse der Jugendbücher ab.

Erschienen bei Deutscher Taschenbuch Verlag

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Autorin / Autor: adelina - Stand: 29. Juli 2014