London - Ein Uralte Metropole

Autor: Christoph Marzi

Der Roman „London“ vom deutschen Autor Christoph Marzi ist der fünfte Band seiner Buchreihe „Ein Uralte-Metropole-Roman“. Das Buch ist dem Fantasy-Genre zuzuordnen und wurde 2016 im Heyne Verlag  veröffentlicht.

Inhalt:
Die 24-jährige Emily Laing ist auf dem Weg von ihrer Arbeit nach Hause als sie feststellen muss, dass ihr Zug nach London nicht eintreffen wird. Verwundert fragt sie einen wartenden Mann am Bahnsteig nach einer möglichen Zugverspätung, doch dieser hat nie zuvor von einer Stadt namens London gehört. Emily gibt nicht so schnell auf, stellt weitere Nachforschungen an, doch London bleibt verschwunden. Dankbar und verwirrt nimmt sie letztendlich das Angebot eines ihr bekannten Antiquitätenhändlers an, bei ihm im Laden zu übernachten.

Am späten Abend erscheinen zwei alte Damen vor dem Laden, die sich als Nachbarinnen des Eigentümers vorstellen und Emily mit einem leckeren Gemüsecurry etwas Gutes tun möchten. Viel zu spät erkennt die junge Frau die wahren Absichten der Damen und bricht betäubt zusammen. Als sie wieder zu sich kommt, kann sie es kaum fassen: Sie befindet sich an der U-Bahn Station der Tottenham Court Road in London!
Emily ist sofort klar, dass sie ihren alten Mentor Mortimer Wittgenstein aufsuchen muss, um ihm von der verschwundenen Stadt zu berichten. Doch bereits am Ausgang der Station wird dieser Plan durcheinandergebracht: Emily trifft auf das verängstigte Mädchen Piccadilly Mayfair, das von dem sogenannten "Augenmann" verfolgt wird. Kurzerhand nimmt sich Emily dem Mädchen an und gemeinsam fliehen sie zu Emily nach Hause.
Piccas Geschichte gibt weitere Rätsel auf. Ein Wettlauf um Antworten beginnt, welcher Emily zurück in die Uralte Metropole, der magischen Stadt unter der Stadt, führt.

Meine Meinung:
Die Idee der verschwunden Stadt hat mich sofort begeistert. Christoph Marzi ist es gelungen, diese Idee wunderbar zu Papier zu bringen, indem er immer neue Rätsel einbaute, die meine Spannung über die 700 Seiten aufrechterhielten. Besonders hat mich die bildhafte, magische Sprache des Autors überzeugt. Hier ein Beispiel: "Sie versuchte Leitern aus Worten zu formen, denn sie wollte zum Himmel hinaufsteigen, um dort das Licht zu suchen, das alles anders machen würde. Doch immer misslang es ihr.“"

Emily Laing hat mir als Protagonisten ebenfalls gut gefallen. Sie tritt im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Romanheldinnen nicht zweifelnd und unentschlossen, sondern selbstbewusst und erwachsen auf. Ihre Handlungen und Gedanken waren für mich sehr nachvollziehbar.

Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Kapitellängen von 30-50 Seiten, da ich es angenehmer finde, auch bei kurzen Lesephasen mit einem Kapitel abschließen zu können und nicht mittendrin aufhören zu müssen.

Empfehlung:
Empfehlen kann ich diese Geschichte allen Fantasy-Lesern, die eine bildhafte Sprache zu schätzen wissen. Da an einigen Stellen des Romans Gewalt recht detailreich beschrieben wird, halte ich dieses Buch für jüngere Kinder oder Personen mit einem sehr sanften Gemüt nicht geeignet. Am leichtesten in das Geschehen hinein findet man sicherlich, wenn man die vorherigen Bücher der Reihe kennt. Ich werde dies baldmöglichst nachholen.

Erschienen bei Heyne

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Autorin / Autor: mona92 - Stand: 14. November 2016