Legend – Schwelender Sturm

Autorin:Marie Lu

Der Inhalt
June Iparis ist das Wunderkind der Republik gewesen. Nun ist sie die Verräterin der Republik. Sie hat nicht nur Day – dem Verräter der Republik - das Leben gerettet, sondern macht ihm zuliebe auch noch gemeinsame Sache mit den Patrioten.
Die Republik steht kurz vor der Revolution. Als dann der Herrscher – der ehrwürdige Elektor – verstirbt und sein Sohn die Nachfolge antritt, droht die Hoffnung des Volkes in Krieg, Gewalt und Auflehnung zu entbrennen.
Nur wenige wissen, dass es Strippenzieher gibt, die das Geschehen nach ihren Bedürfnissen lenken wollen und nur noch einen Hauch von ihren Zielen entfernt stehen...

Ein schwelender Sturm im Leserherz
“Legend - Schwelender Sturm” hat mich im Gegensatz zu seinem Vorgänger “Legend – Fallender Himmel” richtig begeistern können.
Der Anfang war für mich ein wenig zäh und dickflüssig, wie ich es vom ersten Teil bereits gewöhnt war, doch nach gut einem Drittel erwartete mich eine sich langsam steigernde Hochbrisanz.
Welch Überraschung die ganzen Entwicklungen, Wendungen und Charaktertiefen doch in mir auslösten.
Ein regelrecht (an)schwelender Sturm wuchs in meinem Leserherz heran. Dieser ließ mich Seite um Seite Marie Lus Fortsetzung im fieberhaftem Tempo verschlingen. Spätnachts, beim Arzt im Wartezimmer, überall, egal wo, einfach nur, weil da dieser Sturm war und ich unbedingt wissen musste, wie Junes und Days Geschichte weitergesponnen wird.

Hochspannung
Während im ersten Teil Marie Lus Umsetzung bei mir so gar nicht fruchten konnte, ich weder mit der Handlung noch mit den Charakteren warm wurde, gefiel mir ihr zweiter Teil außerordentlich gut.
Offenbar ist dies den gut platzierten Überraschungen zu verdanken, welche ich dieses Mal nicht sofort durchschauen konnte und dementsprechend “Spaß” - vielmehr noch - Hochspannung mit “Legend – Schwelender Sturm” genoss.
Plötzlich habe ich beispielsweise den regelmäßigen Perspektivenwechsel zwischen June und Day als weniger lächerlich, sondern mehr als großen Showdown mit Tempoeffekt empfunden.

Der erste Band nun rehabilitiert?
Dass “Legend – Fallender Himmel” bei mir durch “Legend – Schwelender Sturm” ein Stück weit rehabilitiert ist, liegt nicht zuletzt an den neuen Hintergrundinformationen, die Marie Lu uns LeserInnen hinwirft. Endlich ist dem Tiefe verliehen worden, was ich im ersten Teil schmerzlich schnell durchschaute und somit bemängelte.
Endlich fühlte ich mich in eine runde und spannende Story gezogen.

Zwei gegen ein System
June und Day sind ein wahrlich ungleiches Zweiergespann, das sich als Paar dennoch im Herzen gefunden hat und ein totalitäres System bekämpft.
Grundsätzlich ist das nichts Neues und die oft verwendete Tatsache, dass das meiste nicht so ist, wie es scheint, hat Marie Lu erfolgreich mit ihren unvorhersehbaren Wendungen wieder wett gemacht.

Mein Fazit
Marie Lus “Legend – Schwelender Sturm” ist kein typischer Brückenband, der oft als Durchhänger tituliert wird.
Im Gegenteil: Ich befand mich mitten im Auge eines fesselnden und pompösen Sturms, dessen Verwüstungen ich unbedingt weiterverfolgen muss.

Trotz schwierigem Einstieg in die Geschichte, bin ich froh, June und Day noch nicht aufgegeben zu haben und empfehle den zweiten Band ebenso denjenigen, die planten, den zweiten Teil nicht mehr zu lesen!

Erschienen im Loewe-Verlag

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Autorin / Autor: charlielou - Stand: 6. Januar 2014