Kapitänin Ahoi!

Alexandra Bering ist eine von fünf deutschen Kapitäninnen und erzählt von ihrem spannenden Beruf in der Männerwelt auf See.

Alexandra Bering

Wie heißt dein Beruf ganz genau?

Diplom WirtschaftsingenieurIn für Seeverkehr

Wie bist du auf die Idee gekommen, diesen Beruf zu wählen?
Ich wollte noch nie einen „normalen“ Beruf haben und die Idee das Kapitänspatent zu machen hatte mir irgendwie gefallen. Ohne eine genaue Vorstellung von Studium und Berufsbild hatte ich nach dem Abitur eine Bewerbung an meine damalige Fachhochschule gesendet. Da verständlicherweise in Süddeutschland die Seefahrt (ich schließe die Binnenschifffahrt hier aus) keine große Rolle spielt, wurde meine Entscheidung nicht sehr ernst genommen und auch ich selbst hatte einige Bedenken. Zu meiner Überraschung bekam ich einige Tage später die positive Zusage, zwei Wochen später war ich umgezogen und nach vier Jahren Studium halte ich das Diplom in Händen. Obwohl es im Studium nicht immer einfach war, habe ich meine Entscheidung nie in Frage gestellt – es hat einfach zu mir gepasst.

Kannst du vielleicht versuchen zu erklären, was du da eigentlich machst? Für jemanden der jetzt gar nicht weiß, was das ist.
Ziel ist es, ein Schiff mit Ladung und Besatzung  sicher von einem Hafen zum nächsten Hafen zu bringen. Gut, klingt etwas salopp, ist aber der eigentliche Kerninhalt.

Was sollte man für besondere Interessen oder Fähigkeiten mitbringen, um Spaß zu haben in diesem Beruf?
Zunächst einmal war und ist die Seefahrt nicht romantisch. Früher war es gefährlich und heutzutage ist es ein hartes Termingeschäft. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte Gefallen an unregelmäßigen Arbeitszeiten, Stress und Zeitdruck finden. Ebenso wichtig sind Teamfähigkeit und kulturelles Verständnis für eine gute Zusammenarbeit an Bord. Zwar hat jeder seinen Tätigkeitsbereich und die eigenen Aufgaben zu erfüllen, aber nur wenn Hand in Hand gearbeitet wird, kann der Bordbetrieb reibungslos ablaufen. Das Zusammenleben auf engem Raum erfordert gute Nerven und gewisse Gelassenheit.

Welche Fächer hattest du im Studium?
Grob geschätzt waren es zusammen fast 40 verschiedene Fächer. Viele davon natürlich mit mathematischen und physikalischen Inhalten, z.B. Elektrotechnik, Navigation, Schiffbau, Manövrieren, Systemüberwachung, Ladungsbetrieb. Aber es stehen auch Fächer wie Gesundheitspflege, Personalführung, Psychologie, Meteorologie, Chemie, maritimes Englisch, Informatik, Verkehrsrecht und Seehandelsrecht auf dem Programm, um nur einige zu nennen.

Was fasziniert dich an diesem Beruf?
Für diese Frage habe ich keine Antwort aber ich weiß, dass ich viele Arbeitsbedingungen mag, die für andere der absolute Horror sind.

Und was macht dir keinen Spaß, da gibt’s doch bestimmt auch irgend etwas?
Grundsätzlich habe ich nix gegen harte, schwere, anstrengende, gefährliche, langweilige und notwendige Arbeiten. Aber umständliche und unsinnige Jobs ohne jeglichen Verstand und Überlegung ärgern mich. Aber das gilt nicht nur an Bord sondern immer!

Wie denkst du, kann man Familie und Beruf unter einen Hut bringen? Du bist doch bestimmt viel und lange unterwegs und weg von zuhause.
Als Frau gleichzeitig Beruf und Familie zu meistern ist immer ein schwieriges Thema. Aber im Falle der Seefahrt muss man sich einfach für eine Sache entscheiden. Ich selbst habe die Idee von ‚unter einen Hut bringen’ längst aufgegeben und mich zuerst für den Beruf entschieden und dann die Familie.

Autorin / Autor: Susanne Hehl/ Alexandra Bering - Stand: 21. August 2007
 
 
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