Gänsehaut in Theorie und Praxis

Autorin: Susanne Gildehaus

Buchcover Gänsehaut in Theorie und Praxis

Das Leben langweilt Nina: Männer, das Studium, einfach alles. Doch dann ergibt sich plötzlich eine vielversprechende Möglichkeit: Eine Gänsehautstudie. Diese entpuppt sich jedoch ebenfalls als langweilige Zeitverschwendung, bis eines Tages Nik, ein Teilnehmer der Studie, auftaucht.
Eigentlich ist Nik nervig und Nina absolut nicht begeistert von ihm, doch er überredet sie zu einem Experiment zur Gänsehaut.

Bevor Nina sich versieht, erlebt sie eine verrückte Sache nach der nächsten, immer auf der Suche nach geballten Emotionen, die eine Gänsehaut verursachen. Schwindelnde Höhe, eisige Kälte, oder gruselige Friedhöfe, Nik und Nina fordern jede Gänsehaut heraus.

Nik scheint das perfekte Heilmittel gegen Ninas dauernde Langeweile. Und gerade als sie sich mit diesem Gedanken arrangiert, verschwindet Nik. Bedeutet das, dass ihm langweilig geworden ist? Oder bereitet er die ultimative Gänsehaut vor?

Meine Meinung
Am Anfang des Buches hatte ich die Befürchtung, dass die Autorin sich den gesamten Roman hindurch zu sehr in zu detaillierten Personen- und Wohnungsbeschreibungen verliert. Das legte sich jedoch nach den ersten Kapiteln und ich konnte mit der Story warm werden. Susanne Gildehaus hat sehr sympathische Charaktere entworfen und besonders die Hauptperson, Nina, ist eine starke Persönlichkeit, mit viel Humor.

Nina ist ziemlich frustriert, dass ihr Leben einfach nichts herzugeben scheint und ist dadurch immer nur halbherzig bei der Sache. Von ihren Freundinnen wird sie damit auf die Schippe genommen und Nina ist deprimiert, wie perfekt die Leben der anderen Mädels sind. Jeder hat im Leben wohl mal den Punkt erreicht an dem er dachte, dass alle anderen es leichter oder besser haben, als man selbst, und es ist toll zu lesen, wie Nina diese Ansicht überwindet. Nik ist der Schlüssel zu ihrem Wohlbefinden, auch wenn ihr das erst spät klar wird. Er tritt mehr und mehr in ihr Leben, und der Frust über ihren Alltag schmilzt langsam dahin.

Bei dem Titel „Gänsehaut in Theorie und Praxis“ habe ich zwar eine komplett verrückte Story mit wahnsinnigen Versuchen zur Gänsehaut erwartet, bekam jedoch eher eine romantische Selbstfindungsgeschichte und die Belehrung, dass es manchmal die kleinen Dinge sind, die die große Gänsehaut hervorrufen.

Natürlich enthält dieses Buch auch ein Gänsehaut-Ende, dies jedoch im hoffnungslos romantischen und kitschigen Sinne. Ich halte das Buch für ein gelungenes Werk, von dem man vielleicht ein klein wenig mehr erwartet hätte, aber trotzdem wunderbar unterhalten wurde.

Erschienen bei Amelie

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Autorin / Autor: heaven - Stand: 30. Mai 2014