Freestyler

Autorin: Katja Brandis
ab 14 Jahren

Freestyler ist ein Buch über Freundschaft, Liebe, das Erwachsenwerden, Wettkämpfe und Träume – zunächst wie viele andere Jugendbücher auch. Die Handlung spielt um das Jahr 2030 und erzählt die Geschichte von Jola und Ryan, die beide von der Teilnahme an der Olympiade in Buenos Aires 2032 träumen. Jedoch ist dies für Ryan eine noch größere Herausforderung als für Jola: Seit einem Autounfall sitzt er im Rollstuhl und seine Beine sind bis zu den Knien amputiert. Aber trotzdem möchte Ryan antreten: und zwar bei den „Freestylern“.

„Freestyler“ ist in dem Roman eine neue Klasse bei den olympischen Spielen, in der Sportler mit und ohne Behinderung gegeneinander antreten. Jedoch fragt man sich, ob bei diesen Sportler überhaupt noch von einer körperlichen Behinderung gesprochen werden kann. Durch neuste Technologie besitzen sie High-Tech-Prothesen und Implantate, die es ihnen ermöglichen wieder zu sehen, zu laufen oder sogar mit einer mechanischen Flosse zu schwimmen. Viele dieser Prothesen können mehr als menschliche Körperteile. Trotzdem brauchen die Sportler viel Kraft um sie zu betätigen.
Aber nicht nur Menschen mit einem physischen Handicap können von technischen Innovationen profitieren: auch nicht-behinderte Sportler lassen sich „optimieren“ um ihre Leistungsfähigkeit erheblich zu verbessern und treten in der „Freestyle“-Kategorie an. Auch Jola, die immer wieder Probleme mit ihrer Achillessehne hat,  wird immer öfters mit der Frage konfrontiert, ob sie sich ihren Körper optimieren lassen soll. Das Buch zeigt die positiven Effekte, aber verdeutlicht auch die Schattenseiten eines solchen Eingriffs, sodass auch der Leser in einen Zwiespalt gerät, wie sich Jola entscheiden soll.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Jola und Ryan erzählt. Dadurch bekommt man unterschiedliche Ansichten dargelegt und einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Charaktere. Beide kämpfen sie mit unterschiedlichen inneren Konflikten, die dem Leser nahe gebracht werden und wodurch er für beide Figuren Empathie entwickelt, auch wenn sich die Ansichten der Figuren öfters wiedersprechen. Als Leser fiebert man mit Jola und Ryan mit und erhofft sich, dass die beiden am Schluss doch zueinander finden. Jedoch beginnt die Story des Buches etwas schleppend, sodass man sich zunächst in die Geschichte reinlesen muss. Andererseits lenkt die Geschichte oftmals in eine unerwartete Richtung, sodass trotzdem Spannung aufgebaut wird. Es ist sicherlich ein guter Roman für Sport- und Olympiaden-Begeisterten, aber auch andere können sich von dieser Geschichte mitreißen lassen.

Das Buch stellt eine Zukunft dar, in der viele Menschen sich untereinander ignorant verhalten und die reale Welt in den Hintergrund gerückt wird. Ihre Communicatoren, smartphoneartige Geräte, und Datenbrillen spielen eine relevante Bedeutung in ihrem Alltag. Trotz den vielen Vorteilen der Technik, wirkt diese Zukunftsvision der Autorin wie eine Dystopie. Zwar scheint eine solche Zukunft möglich zu sein, schreckt mich als Leser jedoch ab. Dies war wahrscheinlich auch die Intention von Brandis: Dem Leser dazustellen, wie sich unsere Gesellschaft verändern könnte, welche Bedeutung wir Technik beimessen und dass wir sicherlich die Zwischenmenschlichkeit nicht vergessen sollten.

Das Buch wirft ein neues Licht auf Behinderungen. Brandis zeigt dem Leser, dass in jedem Verlust auch ein Gewinn steckt und betont eine mögliche Steigerung von sportlichen Leistungen in den nächsten Jahren. Es könnten bestimmte Arten der Verbesserung, anders als Doping, legalisiert werden und den Sport revolutionieren. So bleibt es für uns nur abzuwarten, in was für einer Welt wir in 20 Jahren leben werden.

Erschienen bei Beltz & Gelberg Verlag

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    Autorin / Autor: fatouk - Stand: 10. März 2016
     
     
     

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