Falsche Nähe

Autorin: Alexandra Kui

Noa lebt gemeinsam mit ihrer großen Schwester Audrey in der Hamburger Hafencity. Nach dem Tod ihrer Eltern, kümmert sich Audrey um die kleine Schwester. Nach Jahren in eher bescheidenen Verhältnissen hat Audrey den Sprung zur Bestsellerautorin geschafft. Ihre Krimireihe wird unter Kritikern gefeiert. Doch plötzlich geschehen Morde, die in Audreys unveröffentlichtem Manuskript beschrieben werden. Sogar die Namen der Opfer sind annähernd gleich. Als Noa über das Manuskript stolpert, wird sie stutzig. Wie viel weiß sie eigentlich von ihrer Schwester? Kann es tatsächlich sein, dass sie Morde begeht, um die Verkaufszahlen ihrer Bücher zu steigern? Noa macht sich auf den Weg nach Sande. Dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist, bevor ihre Eltern staben. Sie möchte endlich herausfinden, wer sie wirklich ist.

Der Klappentexte des Buches - Schwestern, die sich doch nicht so gut zu kennen scheinen, literarische Morde - klingen viel versprechend. Es klingt nach Thriller mit gehöriger Gruselportion. Leider werden diese Erwartungen nicht ganz erfüllt. Es scheint, als hätte sich die Autorin, Alexandra Kui, nicht zwischen zwei Geschichten entscheiden können. Zum einen ist da Noa, die herausfinden will, wer sie ist. Zum anderen gibt es die Morde aus Auderys Manuskript (das auch der Leser auszugsweise lesen darf). Beide Ansätze für sich haben durchaus Potential und sind spannend erzählt. Leider kann aber keine der beiden Erzählungen richtig ausgearbeitet werden - der andere Erzählstrang bremst die Geschichte immer wieder aus. Spannung kommt deshalb nur ganz am Ende auf, wenn es zum großen Showdown kommt.

Trotzdem sollte man das Buch nicht sofort in die Ecke schmeißen. Noa ist einen sympathische, manchmal etwas naive, Hauptperson. Besonders gut gelungen ist, Naos Leben zu beschreiben - Freundinnen, Liebesgeschichten, alles mit dabei. Sie ist nicht nur die Figur, die es eben braucht um die Geschichte zu erzählen. Der Leser fiebert mit ihr mit, weint mit ihr und möchte sie am liebsten zur Freundin haben. Die arrogante Seite Noas, die vor allem am Anfang zur Schau gestellt wird, vergisst man beim Lesen großzügig.

Erschienen bei cbt

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Autorin / Autor: missmarie - Stand: 25. Juni 2013