Dunkelrote Erde

Autor: Eliot Schrefer
Aus dem Englischen von Birgit Niehaus

Buchcover Dunkelrote Erde

Worum geht's?
Eigentlich wollte Sophie in den Ferien nur ihre Mutter im Kongo besuchen, doch dann wird die Regierung gestürzt und das Land befindet sich im Krieg. Alle Ausländer sollen ausgeflogen werden - so auch Sophie, denn die ist US-Amerikanerin. Doch Sophie flieht vor den UN-Soldaten, als diese sie abholen wollen und bleibt allein im Krieg zurück - für Otto, ein kleines Bonobo-Äffchen. Ihre Mutter, Leiterin eines Bonobo-Reservats, ist zu der Zeit weit weg in der Auswilderungsstation und bekommt von alldem nichts mit. Sophie versucht sich gemeinsam mit Otto zu dieser Auswilderungsstation durchzuschlagen - was sich als wesentlich schwerer erweist als sie zunächst gedacht hätte, denn die Rebellen sind überall und sie töten alle Frauen und Mädchen, die ihnen über den Weg laufen. Und auch Otto ist sehr gefährdet. Die gesamte Versorgung im Land ist zusammengebrochen und die Menschen leiden Hunger, da man im Kongo Affenfleisch ist, würde Otto wahrscheinlich schnell in irgendeinem Kochtopf landen, wenn Sophie ihn nicht beschützen würde.

Doch dann passiert es, beim Herumturnen in den Bäumen verfängt sich Otto in einer Wildtierfalle und wird von den Jägern mitgenommen. Beim Versuch ihn zu retten gerät Sophie in die Hände der Rebellen.

Meine Meinung
"Dunkelrote Erde" ist ein spannendes Buch, das sehr gefühlvoll von einer Freundschaft zwischen einem Affen und einem Menschen erzählt. Sophie ist eine sehr starke und mutige Protagonistin, die auch gut mit Extremsituationen klarkommt, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie im Kongo aufgewachsen ist. Trotzdem muss ich sagen, dass ich ihr Verhalten manchmal nicht ganz nachvollziehen kann - wie man das Leben eines einzigen Affens über das mehrerer Menschen stellen kann, ist mir unverständlich.

Das Buch ist nicht immer ganz realistisch, die Situation, dass in der Demokratischen Republik Kongo die Regierung gestürzt und nun Krieg herrscht, ist nicht abwegig - aber dass Sophie den UN-Soldaten so einfach entwischt ist natürlich unrealistisch, das finde ich jedoch nicht so schlimm, denn wäre das Buch absolut realistisch, wäre es nicht halb so spannend.

Eliot Schrefer ist es gelungen, mich eine ganz fremde Welt zu entführen, die alles andere als märchenhaft, sondern grausam und realistisch ist und hat damit den Rahmen für ein ganz außergewöhnliches Buch geschaffen, bei dem es sich wirklich lohnt, es zu lesen.

Erschienen bei Chicken House

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Autorin / Autor: flowervi - Stand: 24. November 2014