Du lebst, solange ich es will

Autorin: April Henry

Seit Kayla von einer Pizzaauslieferung nicht mehr zurückgekehrt und spurlos verschwunden ist, steht das Leben ihrer Kollegen Drew und Gaby Kopf. Drew gibt sich die Schuld an Kaylas Verschwinden, hat doch er die Bestellung entgegengenommen und Kayla zur Auslieferung losgeschickt. Und auch Gaby hat ein schlechtes Gewissen, schließlich hätte sie an dem besagten Tag arbeiten müssen. Außerdem ist sie felsenfest davon überzeugt, dass der Entführer eigentlich sie wollte. Auch wenn die Polizei ihre Meinung nicht teilt und davon ausgeht, dass Kayla ein geplantes Opfer ist… Warum sonst hätte sich derjenige am Telefon nach ihr erkundigen sollen? Während sich bald darauf jeder in ihrem Umkreis sicher ist, dass Kayla tot und ihre Leiche im Fluss davon gespült wurde, will Gaby ihre Kollegin nicht so einfach aufgeben. Und auch Drew hat Zweifel… Doch wie überzeugt man die anderen vom Gegenteil? Und was ist mit dem Täter? Wird er noch einmal zuschlagen, um sich doch noch das richtige Mädchen zu holen?

Meine Meinung
An dieses Buch hatte ich aufgrund des vielversprechend klingenden Titels größere Erwartungen. Insgesamt betrachtet hat mir das Buch auch ziemlich gut gefallen und konnte mich dank einer spannenden Geschichte fesseln. Allerdings ist die Spannung nicht das einzige, was mir an diesem Buch gefallen hat. Die Hauptcharaktere Gaby und Drew, aus deren Sicht der Großteil der Handlung erzählt wird, sind zur Abwechslung mal nicht perfekt, ähneln sich dafür aber ziemlich im Charakter. Nach wenigen Seiten wird ganz offensichtlich, dass beide keine sehr selbstsicheren Menschen sind und nur schwer andere an sich heranlassen können. Vielleicht kommen sie sich deshalb während der Entführung auch etwas näher. Jeden plagen auf seine Weise wahnsinnige Schuldgefühle. Dazu noch die Vermutung, dass es der Täter gar nicht direkt auf Kayla abgesehen hatte… Ich mochte beide Charaktere sehr gerne, da es mir leicht fiel, mit ihnen mitzufühlen und mich mit ihnen zu identifizieren. Besonders ihre Unsicherheiten waren gut nachvollziehbar.

Ein wenig haben mir die Hintergrundinformationen und das Motiv des Täters gefehlt. Natürlich wusste ich, dass er fast krankhafe auf Gaby versessen war, doch bis zum Ende wurde nicht richtig klar, warum er das alles eigentlich getan hat. Oder warum er sich nach seiner missglückten „Entführung“ nicht mehr gerührt hat, um Gaby zu schnappen. Jedoch fand ich seine erzählten Szenen mitunter am spannendsten, da er sich weiterhin in Gabys Nähe aufgehalten hat und ihre Reaktionen genauestens registrierte. Gänsehautalarm bei mir…

Allerdings sind nicht nur im Bezug auf „John Robertson“ Fragen offen geblieben. Die anderen Charaktere, auch Kayla, bleiben alle etwas blass, was bei 239 Seiten auch verständlich ist. Da hätten ein paar Seiten mehr und ein bisschen mehr Tiefe sicherlich Licht in die Sache gebracht. Das Ende ist, wie so ein kurzes Buch vermuten lässt, etwas plötzlich und genauso schnell wieder vorbei - dafür aber ganz in Thriller-Manier!

Mein Fazit
Alles in allem handelt es sich bei "Du lebst, solange ich es will" um einen gelungenen Jugendthriller und einen echten Pageturner. Die verschiedenen Sichtwechsel haben die Story gut unterstützt und voran gebracht. Ergänzend gab es dazu allerlei Zusatzinformationen, die total interessant und sehr ansprechend gestaltet waren. Allerdings hätten dem Buch 100 Seiten mehr nicht geschadet, da man am Ende doch mit der ein oder anderen unbeantworteten Frage stehen bleibt. Dennoch für jeden, der einen kurzweiligen und spannenden Lesespaß sucht, absolut zu empfehlen :-).

Erschienen bei: Planet girl

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Autorin / Autor: riina - Stand: 8. Februar 2013