Der Zufall kann mich mal

Autor: Martin Gülich
Ab 12 Jahren

Tim ist 14 und hat ein steifes Bein. Er hat den Fehler gemacht während des Fahrradfahrens ein Buch zu lesen und seitdem kann er kein Hockey mehr spielen und fühlt sich auch allgemein nicht mehr so selbstbewusst wie früher. Durch seinen Unfall haben sich nicht nur seine Hobbys verändert – auch sein Freundeskreis ist nicht mehr der Gleiche. Denn sein früherer guter Freund Remo meidet ihn seitdem und nennt ihn „Ahab“ wie der steifbeinige Pirat aus Moby Dick. Gut dass Tim ja noch Luca, seinen besten Freund hat. Aber irgendwie benimmt Luca sich zur Zeit auch nicht mehr wie ein bester Freund. Wahrscheinlich hat das mit der toughen Jo zu tun, in die die beiden 14-Jährigen ein bisschen verliebt sind. Plötzlich ändert sich so einiges: Jo scheint auch Gefallen an Tim zu haben – trotz Hinkebein! Und Remo braucht dringend Tims Hilfe. Sein Vater ist Alkoholiker und Remo weiß nicht mehr was er machen soll.
Zusammen probieren die beiden Jungs Remos Vater aus der Sucht zu retten, und nebenbei die Schule und so Probleme wie die erste Liebe zu managen.

Auf 190 Seiten erzählt Martin Gülich etwas über die alltäglichen und weniger alltäglichen Probleme des 14-jährigen Tims. Sein Schreibstil ist jugendlich und einfach gehalten aber trotzdem nicht kindlich, was „Der Zufall kann mich mal“ zu einem Buch für alle Altersstufen macht. Die Charaktere sind alle sehr bildlich und sympathisch beschrieben und man kann sich sehr in die unterschiedlichen Personen hinein fühlen und denken, besonders seine Hauptperson Tim hat der Autor super ausgebaut – er wird dem Leser mit jeder Seite sympathischer.
Auch die Thematik ist für ein Jugendbuch sehr gut umgesetzt. Der Leser wird ganz langsam an das Thema Alkoholsucht heran geführt indem der Betroffene eigentlich gar nicht mit Tim in Verbindung steht. Was mir außerdem sehr zugesagt hat, ist dass Gülich das Buch sehr realistisch hält, keine krassen Teenie-Erlebnisse aber auch kein Friede Freude Eierkuchen!-Verhalten. Man könnte direkt annehmen dass es Tim wirklich gibt und das alles wirklich in diesem Moment passiert, was auch wieder mit der bildhaften Schreibweise des Autors zusammen hängt.

In „Der Zufall kann mich mal“ ignoriert der 14-jährige Protagonist den Zufall und nimmt sein Leben selbst in die Hand. Dabei handelt er meist total uneigennützig und selbstlos, dadurch schließt man Tim sofort ins Herz. Ein total schönes Buch, das den Leser am Ende absolut positiv gestimmt zurück lässt.

Erschienen bei Thienemann

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Autorin / Autor: anna95 - Stand: 11. August 2014