Das Reich der Tränen

Autorin: Janine Wilk

Mia, die junge Hauptfigur in dem Buch leidet zu Hause stark unter ihren strengen Eltern. Da sie eine Träumerin ist, flüchtet sie sich in Fantasiewelten. Doch wann immer sie weint, kommt sie in eine ganz besondere Welt, ohne es verhindern zu können - das Reich der Tränen, Diadala.
Dort lebt sie glücklich als Findelkind in einer engen Dorfgemeinschaft, bis ihr bester Freund, der Kometendrache Goldiur von der bösen Königin Zenoide entführt wird. Auf der Suche nach ihm findet sie heraus, dass das Reich der Tränen sehr eng mit ihrem realen Leben verwoben ist und sie tatsächlich schon längst in der Gewalt der bösen Königin ist.
Während sie sich also in der "normalen" Welt unsichtbar macht, entdeckt das scheinbar normale Mädchen aus dem Sternbaumland, dass sie mächtiger ist, als sie meint.
Interessanterweise empfindet sie dies zunächst als negativ, da sie Macht mit Bosheit verbindet und andauernd fürchtet, selber böse zu werden. Denn böse zu werden scheint die einfachste Lösung, um den Schmerz nicht mehr zu spüren, zu sein.

In dieser bewegenden Geschichte über die Macht der Fantasie entdeckt man gemeinsam mit Mia auf der Befreiungsmission die Macht der Freude, Achtsamkeit und Liebe.
Zunächst erscheint das Buch kindlich, beinahe märchenhaft und frei erfunden, aber es steckt doch ein ernster Hintergrund dahinter, und zwar elterliche Gewalt.

Mir hat es sehr gut gefallen, da es einerseits spannend war und das Ende ein wenig unerwartet und ganz un-Märchen-like kam. Es berührt einen stark, dass so etwas unbemerkt bleibt und Mia in der wahren Welt keine Hilfe findet. Sie muss es erst selber schaffen, stark zu werden.
Ich würde es für Jugendliche, aber auch für Erwachsene empfehlen, denn es bringt jeden zum Nachdenken und ist ein Thema, dass jeden interessieren und zugleich abstoßen sollte. 

Erscheint bei Thienemann

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Autorin / Autor: Lilian - Stand: 6. Februar 2014