Bruderherz

Autor: Andreas Hoppert

In dem Thriller „Bruderherz“ von Andreas Hoppert geht es um einen Mordprozess, ein Mann wird beschuldigt, seinen Bruder ermordet zu haben.

Sieben Monate nach dem Verschwinden von Abel Wellershoff, dem zweitgeborenen Sohn eines reichen Pharmazieunternehmers, beginnt ein zweimonatiger Prozess gegen Abels älteren Bruder Kain Wellershoff. Kain wird vorgeworfen, dass er nachts nach der Geburtstagsfeier seines Vaters Abel in sein Büro gelockt und dort mit einem Briefbeschwerer erschlagen habe. Der Auslöser für diese Tat soll eine Auseinandersetzung zwischen Kain, Abel und dem Vater auf dem Geburtstagsfest gewesen sein. Dieser Vorwurf ist zwar logisch, doch es fehlen Beweise. Es gibt weder eine Leiche noch eine Tatwaffe noch ein Geständnis. Kain behauptet natürlich unschuldig zu sein, aber er verweigert jede Aussage. Seine Anwältin möchte mit allen legalen Mitteln einen Freispruch für ihren Mandanten bekommen. Ob Kain wirklich unschuldig ist, ist für sie als Anwältin nicht wichtig.

Mutter Eva, Vater Adam, Söhne Kain und Abel. Diese Namen stehen in der Bibel und die dazugehörige Geschichte ist als Grundelement für diesen Thriller verwendet worden. In der Bibel bringen beide Söhne Gott ein Opfer dar, Gott schätzt Abels Opfer mehr, daraufhin fühlt Kain Neid gegenüber seinem Bruder und ermordet ihn, zur Strafe wird er verstoßen und muss dann durchs Land ziehen. In „Bruderherz“ ist es das Geburtstagsgeschenk für den Vater, dieser bevorzugt Abels Geschenk, das kränkt Kain. Der Vater kennt den wirklichen Tathergang nicht, bestraft Kain aber damit, dass er im Ausland für seine Firma arbeiten muss.

Dieser Kern des Thrillers rückt aber in dieser modernen Handlung in den Hintergrund.
Hauptsächlich geht es um Kains Prozess, in dem es immer wieder unerwartete Wendepunkte gibt und man als Leser nie weiß, ob der Angeklagte jetzt schuldig ist oder nicht. Wenn Zeugen aussagen, reist man zurück in die Nacht des Verbrechens, das erhöht die Spannung nochmals. Außerhalb des Prozesses begleitet der Leser die ehrgeizige junge Anwältin und erhält somit Einblicke in die Vorbereitungen eines Anwalts auf einen Prozess. Zudem kritisiert Andreas Hoppert auch das deutsche Rechtssystem, das nicht zwingend gerecht ist.

„Bruderherz“ ist ein hervorragendes Buch: spannungsgeladen, aber auch kritisierend.

Erschienen bei Gabriel

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Autorin / Autor: lilalil - Stand: 3. Juni 2013