Blood Lines - Die goldene Lilie

Autor: Richelle Mead

Seit den jüngsten Vorfällen (siehe „Bloodlines – Falsche Versprechen“) hat Sydney wieder den Respekt der Alchemisten zurück erlangt. Doch sie lebt in der Angst, dass die Alchemisten dahinter kommen, dass es für sie mittlerweile mehr als nur ein Job ist auf Jill Dragomir aufzupassen, die sich immer noch in einer Privatschule in Palm Springs versteckt. Längst sind Jill, Adrian, Eddi und die anderen Vampire ihre Freunde geworden. Doch sie werden erneut von einer unbekannten Gruppe bedroht. Zwischen Nachforschungen über ihre neuen Gegner und den alltäglichen Problemen von Jill&Co hat Sydney zum ersten Mal einen Verehrer. Doch sie weiß noch nicht, dass ihr Herz schon längst für jemand anderen schlägt.

Wie gewohnt fängt die Geschichte von „Bloodlines – Die goldene Lilie“ weitgehendst dort an, wo der Vorgängerband „Bloodlines – Falsche Versprechen“ aufgehört hat.
Der Leser steigt gleich am Anfang in eine wichtige Szene ein, um Sydney im weiteren Verlauf des Buches besser zu verstehen. Denn Sydney wird noch einmal deutlich gemacht, was die Alchemisten von „Vampirefreunden“ halten und wie sie mit ihnen verfahren: Sie werden in ein Umerziehungslager gesteckt. Und dieser Konflikt verunsichert Sydney von der ersten bis zur letzten Seite des Buches.

In diesem Band liegt diesmal der Fokus deutlich stärker auf den Charakteren, allen voran Sydney. Sie, das immerzu rationale, hochintelligente Mädchen, hat zum ersten Mal in ihrem Leben ein Date. Sogar mehrere. Und das verunsichert sie genauso stark wie die Alchemisten und ihr Umerziehungslager, weil sie keine Ahnung hat. Sydney mag Brayden. Nicht nur, weil sie sich ihm gegenüber mit ihrem Intellekt nicht zurückhalten muss, sondern weil er auch ganz süß ist. Und, weil er eigentlich das männliche Abbild von der kleinen Alchemistin ist, was im Buch immer wieder zu urkomischen Szenen führt. Es ist schön zu sehen, wie Sydney, auch in dieser Hinsicht, auftaut und nicht mehr so kontrolliert wirkt.

Doch genau dieses Thema, was so vielversprechend war, nimmt dem Buch ab einem gewissen Punkt die Spannung. Da der Leser auch schneller bemerkt, dass Brayden für Sydney mehr Freund als Liebhaber ist, ist es auch nicht mehr interessant, wie es mit den beiden weitergeht, weil man weiß, dass es zu nichts führen wird. (Man wartet eher darauf, wann endlich etwas zwischen Sydney und Adrian passiert, was der Leser schon im ersten Band ahnen konnte.)

Dieser Teil, der sich mehr und mehr wie Kaugummi zieht, kann leider auch nicht durch andere Spannungsbögen überbrückt werden, weil auch diese erst später beginnen. Dadurch sind die ersten 2/3 des Buches wirklich unspektakulär und man sehnt sich nach dem Temperament von Rose aus „Vampire Academy“.

Als eingefleischter „Vampire Academy“-Fan tröstet man sich mit der Auflösung des Bösewichts, was immer am Ende eines Meads Buches passiert und oft wahre Knüller waren. Doch durch die zu großen Brotkrummen, die die Autorin gestreut hat, weiß man sehr schnell, wer hinten dem ganzen steckt.

Deswegen bleibt der größte Pluspunkt die Entwicklung der einzelnen Charakteren. Ganz vorn mit dabei Jill und Adrian.
Jill wird erwachsener, ernster und trifft auch Entscheidung zum Wohle der Morai Welt und achtet dabei weniger auf ihre Wünsche.
Auch Adrian entwickelt sich in eine Richtung, die in „Vampire Academy“ undenkbar gewesen wäre. Nur so viel sag ich euch: Auch die Leser, die vorher Adrian nicht so mochten, werden ihn mit anderen Augen sehen.

Etwas, was mir auch schon in „Bloodlines – Falsche Versprechen“ aufgefallen ist, ist Sydneys gestörte Einstellung zu ihrem Körper. Sie ist dauernd auf Diät, zählt Kalorien und jammert innerlich über ihren Körper. Der scheint aber genau richtig zu sein mit Größe 36. Ich denke, dass vor allem jüngere LeserInnen, falsch beeinflusst werden. Da kann man nur hoffen, dass Richelle Mead da eine andere Richtung einschlägt.

Leider ist „Bloodlines – Die goldene Lilie“ schwächer als sein Vorgänger, was die Spannungsbögen angeht. Für „Vampire Academy“ – Fans ist das allerdings kein allzu großes Manko, da die altbekannten Charaktere vieles wieder wettmachen. 

Auch wenn dieser Teil eher enttäuschend war, steht Band 3 „Magisches Erbe“ weiterhin auf der Wunschliste, weil Richelle Mead am Ende wieder neue Fragen aufgeworfen hat, die eine großartige Folgestory versprechen.

Erschienen bei: LYX Egmont Verlag

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Autorin / Autor: livvy - Stand: 18. Februar 2013