Auf und davon

Autor: David Arnold
übersetzt von Astrid Finke
ab 14 Jahren

Buchcover

Die 16-jährige Mim hat keine Lust mehr immer nur das zu tun, was ihr Vater oder ihre neue Stiefmutter von ihr erwarten bzw. verlangen. Als sie herausfindet, dass ihre richtige Mutter krank ist, beschließt sie deshalb sie zu besuchen und steigt allein in den nächsten Greyhound-Bus. Auf dem Weg quer durchs Land macht sie dabei nicht nur einige unvergessliche Bekanntschaften, die lange Reise zwingt sie auch dazu intensiv über ihr eigenes Leben sowie ihre Wertvorstellungen nachzudenken.

Meine Meinung
Auf und davon war vollkommen anders als ich es nach dem Klappentext zu urteilen erwartet hatte, dennoch konnte David Arnold mich mit diesem Road Trip überzeugen und somit beweisen, dass sich solche nicht nur filmisch, sondern auch als Roman sehr gut umsetzen lassen.

Mim ist eine zwar ungewöhnliche, aber trotzdem liebenswerte Figur, die man gern auf diesem spannenden Road Trip begleitet. Sie vermisst ihre Mutter nach der Trennung ihrer Eltern sehr und man kann gut nachvollziehen, dass sie sich sofort auf den Weg zu ihr macht als sie erfährt, dass ihre Mutter krank ist. Da sie schon vieles durchgemacht hat, unterscheidet sie sich von anderen, „typischen“ 16-jährigen Mädchen und macht sich über ganz andere, wichtigere Dinge Gedanken als beispielsweise ihr Aussehen.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Mim erzählt, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen kann, auch wenn das nicht immer einfach ist. Darüber hinaus gibt es zwischendurch immer wieder Briefe, die Mim an eine gewisse Isabel schreibt. Dadurch erfährt man frühzeitig, wie es in Mims Leben gerade aussieht und was sie vorhat. In welcher Beziehung Mim und Isabel zueinander stehen, erschließt sich einem jedoch erst viel später.

Die Menschen, die Mim unterwegs trifft, sind interessant, vollkommen unterschiedlich und haben Einfluss auf das Leben des jungen Mädchens. Sie verleihen dem Buch das gewisse Etwas und fesseln einen, obgleich sie die eigentliche Handlung nicht unbedingt vorantreiben.

Viele der Wendungen, die Mims Reise nimmt, sind unvorhersehbar, nicht immer glaubwürdig, dafür allerdings stets unterhaltsam. Obwohl das Buch mitunter sehr emotionale und schwer verdauliche Themen behandelt, angefangen mit Scheidung bis hin zu Missbrauch, gab es durchaus viele humorvolle Situationen, sodass man ab und zu auch einmal lachen konnte und die sich möglicherweise anbahnende Schwermütigkeit wieder ausgeglichen wurde. Daher bereut man es keinesfalls Mim auf diesem skurrilen Abenteuer begleitet zu haben.

Fazit
Auf und davon ist ein sehr ungewöhnlicher Roman, der vielleicht nicht jedem gefallen, andere aber dafür umso mehr begeistern wird. Wer Road Trips mag und ruhige, tiefgründe Geschichten einem rasanten Tempo vorzieht, sollte sich dieses Buch unbedingt genauer anschauen.

Erschienen bei Heyne fliegt

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Autorin / Autor: stephie - Stand: 7. September 2015