Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Autorin: Cynthia Hand
übersetzt von Sarah Heidelberger

Nachdem Lexies Vater sie und ihre Familie wegen einer anderen Frau verlässt, geht alles drunter und drüber. Ihr kleiner Bruder Tyler begeht kurz danach Selbstmord. Lexies Welt bricht zusammen. Ihre Mutter verdrängt ihre Trauer und ihren Verlust ihres Sohnes mit Alkohol. Ihr Vater vergnügt sich mit seiner neuen Frau und die Trennung von ihrem Freund erschwert den Prozess der Trauerbewältigung.
Doch ein Brief ändert alles. Lexie nimmt es sich als Aufgabe, den Brief an den Empfänger zu überreichen. Aber es ist nicht einfach die Vergangenheit ruhen zulassen.

Meine Meinung:
Das Buch hat mir das Herz gebrochen und dann wieder zusammen geklebt. Diese Geschichte hat mich definitiv nicht enttäuscht. Ich kann ich oft genug sagen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat.
Die Stimmung im Buch ist sehr bedrückend. Man kann die Trauer und Verzweiflung schlichtweg greifen und riechen.

Die Thematik wurde mit sehr viel Feingefühl behandelt. Das könnte auch daran liegen, dass der Bruder der Autorin selber Suizid begangen hat. Man möchte den Charakteren so gern helfen. Die Verzweiflung wegwischen und die Schuldgefühle und die Was-wäre-wenn Gedanken wegstampfen.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lexie geschrieben. Sie will sich jemanden öffnen, aber kann es nicht. Durch ein paar Tagebucheinträge bekommt man einen sehr guten Einblick, was für eine Beziehung Tyler und Lexie hatten. Lexie soll in dem Tagebuch die letzten und glücklichsten Erinnerung an Tyler aufschreiben.
Die Charaktere sind unglaublich authentisch. Sie sind alle fantastisch ausgearbeitet und die Autorin hat ihr Herzblut für diese Geschichte gegeben. Außerdem finde ich gut, dass die Liebe in der Geschichte außen vor bleibt.

Die Scheidung der Eltern ist in dem Buch auch ein großer Knackpunkt. Nicht nur der Ehepartner leidet unter der Scheidung, sondern auch die Kinder. Und das merkt man in der Geschichte. Die Scheidung hat jedes Familienmitglied schwer getroffen.

Die Geschichte lässt die unglaublich flüssig lesen. Ab der Mitte geht es nur langsam voran, aber darüber kann man hinwegsehen. Man erfährt Stück für Stück, warum Tyler Selbstmord begangen hat. Man tappt die ganze Zeit im Dunkeln und das macht die Geschichte richtig spannend.

Ich habe am Ende richtig geweint, weil mich das ganze so sehr berührt hat. Der ganze Schmerz, die Schuldgefühle... diese Gefühlsachterbahn hat mich überwältigt.

Fazit:
Das ist eine klare Leseempfehlung! Die Autorin schreibt mit so viel Feingefühl, da bleibt kein Auge trocken. Es geht hier nicht nur um Trauer sondern um das Weiterleben und glücklich sein ohne die Person, die man immer vermissen wird. 


Erschienen bei Harper Collins Verlag

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    Autorin / Autor: kerime - Stand: 27. Oktober 2015