Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel

Autor: Bradley Somer
übersetzt von Annette Hahn

Goldfisch Ian zieht seine täglichen Bahnen in seinem Goldfischglas. Troy, die Schnecke, ist mal wieder so langweilig wie eh und je. Er scheint einfach zufrieden mit seinem Leben hier im Goldfischglas zu sein. An was hatte Ian nochmal gerade gedacht? Jetzt fällt es ihm wieder ein: Dieses Goldfischglas ist zutiefst erdrückend.
Aber was geschieht denn jetzt? Von einem Moment zum anderen fliegt Ian vom 27. Stock mit rasender Geschwindigkeit in Richtung Asphalt. Wie ist es dazu gekommen? Ian kann sich einfach nicht mehr daran erinnern. Das Einzige, was er nun sieht, sind die kleinen Momentaufnahmen von den Menschen, die in den 27 Stockwerken wohnen.

Meine Meinung:
Meiner Meinung nach ist das Cover nichtssagend. Es ist nichts Besonderes. Ich muss sagen, dass das Cover mir zwar nicht zugesagt hat, aber der Titel dafür. Der Titel ist einfach so genial. Eine Geschichte, in der ein Goldfisch eine wichtige Rolle spielt, ist doch mal total außergewöhnlich.
In diesem Buch steht Ian aber nicht ganz so sehr im Vordergrund. Das Haus an der Roxy Road mit seinen Bewohnern - Ian gehört natürlich dazu - ist auch ein sehr wichtiger Teil der Geschichte.

Ich habe mich am Anfang etwas schwer mit dem Schreibstil des Autors getan. Dieser ist nämlich total außergewöhnlich. Aber sobald die Geschichte der Bewohner begonnen hat, war von den anfänglichen Schwierigkeiten nichts mehr zu sehen. Jedes Kapitel hat eine Überschrift, aber keine gewöhnlichen Überschriften. Eins benennt Bradley Somer zum Beispiel "Kapitel 4: In dem wir den Bösewicht Connor Radley kennenlernen sowie Faye, die verruchte Verführerin". Solche Arten von Überschriften ziehen sich dann durch das ganze Buch. Es gibt die Heldin, den Bösewicht, die Verführerin und noch so viele mehr und es hat mir einfach so viel Spaß bereitet herauszufinden, wie diese Charaktere handeln werden.

Ich hätte niemals gedacht, dass so eine Art Buch spannend sein kann, aber da habe ich mich getäuscht. Der Autor nimmt im ersten Kapitel etwas vorweg: Ian, der Goldfisch, fliegt erst im 54. Kapitel die 27 Stockwerke hinunter und außerdem wird einer der Bewohner des Hauses sterben und ein anderer dafür zur Welt kommen. Von Anfang an schwirren einem Fragen durch den Kopf: Wie kam es dazu, dass Ian aus dem 27. Stock fiel? Wer wird sterben? Ist es der sympathische Hausmeister, der für jeden ein Lächeln übrig hat oder doch vielleicht Petunia Deliah, deren Wehen zu früh einsetzten oder doch vielleicht jemand anderes? Fragen über Fragen, aber alle werden aufgelöst. Man fiebert einfach mit und hofft, dass Ian den Flug nach unten irgendwie übersteht.

Es gibt viele Charaktere in diesem Buch, aber ich hatte gar keine Probleme mir diese zu merken. Alle Charaktere sind nämlich total unterschiedlich. Alle haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen: Die eine wurde von ihrem Freund betrogen, der Freund wiederum erkennt viel zu spät, dass er seine Freundin liebt, dann haben wir noch Claire, die ihre Wohnung nicht verlässt und noch so viele mehr. Alle haben aber eins gemeinsam: Sie sind einsam oder es scheint so für sie.

Fazit:
Bradley Somer hat eine total ungewöhnliche und einzigartige Geschichte erschaffen. Er zeigt mit diesem Buch, dass ein Mensch niemals alleine ist, auch wenn man sich mal so fühlt. Alle Leben sind miteinander verknüpft, auch wenn es nur eine kurze Begegnung gewesen ist. Zufälle und Schicksale machen das Leben nämlich aus. Ein Mensch lebt sein Leben niemals allein. Dieses Buch gibt Hoffnung und zeigt, wie sich ein Leben innerhalb von einem Fall eines Goldfisches ändern kann.

Erschienen bei Dumont

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Autorin / Autor: kerime - Stand: 19. April 2015