Autorin: Marion Brunet
Aus dem Französischen von Maren Partzsch
Zusammengefasst in einem Satz könnte man sagen, Segelkids unternehmen eine gewagte Tour, geraten in einen Sturm und einer stirbt. Das Spannende an dem Roman, der auf dem Klappentext auch als "packender Jugendthriller" bezeichnet wird, ist nicht allein der Vorgang der Katastrophe (der Sturm, die Gefahr, Haie & Co.), sondern das Beziehungsgeflecht der fünf Jugendlichen untereinander. Wir ahnen schnell, fünf sind einer zu viel. Das Opfer, Clarence, ist, sorry, war der Star der Clique und wurde von allen gleichermaßen angehimmelt. Oder etwa doch nicht? Aus der Sicht von Emma erfahren wir nach und nach, was genau passiert ist und wie es zu der Katastrophe kam.
Ich fand den Roman gleichermaßen unaufgeregt und spannend - eine merkwürdige Kombination. Es ist wahrscheinlich die Art, wie Emma das Geschehen und die Vorgeschichte nochmal aufrollt. Analytisch, irgendwie abgeklärt. Es gibt wenig Überraschendes, aber dafür einen Sog und eine Spannung, die vor allem über Atmosphäre und das authentische Gefühl erzeugt wird, das einem beim Lesen überkommt. Eigentlich sind es typische Probleme, die thematisiert werden. Beziehungen unter Jugendlichen, Freundschaft, Gruppenzwang, Enttäuschung und Mobbing. Dabei wird aber glaubhaft beschrieben, wie sich diese Themen mitten in dem sonnenglitzrigen Segelturn zu einer alles verschlingenden Welle auftürmen.
Alles in allem ein absolut lesenswerter, spannend zu lesender Roman, der sich angenehm abhebt von überdreht gruseligen Thrillern mit über knarrende Dielen schleichenden Serienmördern.
Erschienen bei Rotfuchs
Autorin / Autor: Miram W. - Stand: Mai 2026