Wir sind nicht zu fassen

Autor: Kurt Dinan
Kurt Dinan
ab 14 Jahren

Buchcover Wir sind nicht zu fassen

Alles begann im Sommer 2012, als Kurt Dinan im Rahmen des „Ohio Writing Project“, einem Programm der Miami University, seine ersten Geschichten schrieb. Während die meisten seiner Kommilitonen ihre persönlichen Erlebnisse in ihre Werke einbauten, wurde Dinan schnell klar, dass sein eigener Erfahrungsschatz nicht annähernd so viel Stoff bot. Stattdessen begann er kurze Horrorgeschichten zu schreiben. Viele weitere Workshops und Jahre später erscheint nun Dinans erster Roman „Wir sind nicht zu fassen“, durch dessen Geschichte der Autor all die Streiche und Erlebnisse nachholen will, die er selbst als Teenager verpasst hat. Heute arbeitet Dinan hauptberuflich als Lehrer und lebt mit seiner Familie in Cincinnati in Ohio.

Das Buch
Max Cobb ist 17 Jahre alt, hat ein intaktes Verhältnis zu seinen Eltern, ist ein guter Schüler und durchschnittlich beliebt in der Schule. Doch plötzlich ist alles anders: Max hat auf unbestimmte Zeit Hausarrest, seine Lehrer misstrauen ihm, und seine Mitschüler lachen hinter seinem Rücken. Was ist passiert? Max wurde Opfer des berühmt-berüchtigten Chaos-Club seiner Schule: Niemand weiß, wer seine Mitglieder sind, doch ihre Aktionen sind legendär. Max entscheidet sich zurückzuschlagen. Gemeinsam mit vier weiteren Geschädigten plant er, den Chaos-Club so lange zu provozieren, bis sich eine Chance ergibt, seine Mitglieder zu enttarnen. Seine Komplizen sind eine Pastorentochter, der Lacrosse-Star der Schule, eine Künstlerin mit zweifelhaftem Ruf und ein Troublemaker mit technischem Knowhow. Ihr Vorhaben erfordert eine Menge Planung, Teamgeist und die speziellen Talente jedes einzelnen von ihnen. Wird es ihnen am Ende gelingen, sich am Chaos-Club zu rächen?

Beim Lesen der Zusammenfassung fällt einem sofort ein Muster auf: Eine Gruppe Außenseiter, die durch einen bestimmten Zwischenfall zusammenfinden und von nun an ein gemeinsames Ziel verfolgen und ganz nebenbei auch noch Freunde werden – diese Idee ist nicht neu, angefangen bei „The Breakfast Club“ bis hin zu aktuelleren Beispielen wie „We all looked up“ wurde sie vielfach auf verschiedene Weisen umgesetzt. Aber das ist in Ordnung, man kann nicht mit jedem Buch das Rad neu erfinden, und „boy meets girl“ Geschichten gibt es mittlerweile mehr als genug. Außerdem hat sich das Rezept bewährt und war auch hier erfolgreich: Kurt Dinan hat einen Roman geschrieben, der eine gute Idee geistreich umsetzt. Max, die Hauptfigur, ist sympathisch und sarkastisch, seine Erzählweise ist von Humor und Authentizität geprägt. Es macht Spaß, das Buch zu lesen, und der Leser wird durchaus an der einen oder anderen Stelle positiv überrascht. Zwischen Max und seinen Mitstreitern entwickelt sich ein intensives Gemeinschaftsgefühl, das einen mitfiebern lässt und der Geschichte eine gewisse Eigendynamik gibt. Ausnahmsweise hat die jugendliche Sprache nicht unter der Übersetzung aus dem Englischen gelitten, die allermeisten Wortwitze kommen auch auf Deutsch zur Geltung.

Noch ein Wort zur Gestaltung des Covers: Es zeigt die schwarz-weiß Zeichnung einer Kuh auf blau-grünem Grund. Ich bin ganz generell Fan der Covergestaltung des Magellan-Verlags, und von diesem hier bin ich ganz besonders begeistert. Es ist simpel und schön, der Titel in krakeliger Relief-Schrift passt zum Inhalt des Buches. Und das Motiv der Kuh ist angelehnt an das Cover des Originals „Don’t get caught“. Alles in allem finde ich das Buch äußerst stimmig und unterhaltsam, kein Ausnahmewerk, aber durchaus ein gutes Buch, das den Leser immer mal wieder zum Lachen bringt.

Erschienen im Magellan Verlag

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Autorin / Autor: lacrima - Stand: 5. August 2016