Wie Eulen in der Nacht

Autorin: Maggie Stiefvater

In dem Buch „Wie Eulen in der Nacht“, geschrieben von Maggie Stiefvater, geht es um die Familie der Sorias. Die Sorias können Wunder bewirken. Die Familie hat eine einzige Regel: Dass sie sich nicht in die Wunder, die sie erschaffen haben, einmischen dürfen. Daniel Soria allerdings bricht diese Regel. Und damit löst er eine Kettenreaktion, ein eigenes Wunder, gegen sich selbst aus. Diese sind allerdings bei den Sorias viel stärker als bei gewöhnlichen Menschen. Daniel flieht und die Suche nach ihm beginnt.

Die Pilger kommen aus ganz Amerika in die Wüste Colorados, um von den Sorias ein Wunder an sich bewirken zu lassen. Sie erhoffen sich von diesen Wundern Heilung. Diese sind allerdings ein wenig anders, als man sich ein solches normalerweise vorstellt. Über einem Mädchen hört es einfach nicht mehr auf zu regnen. Geschwister sind auf untrennbare Weise körperlich miteinander verbunden und ein anderer ist auf die Größe eines Riesens gewachsen. Diese Wunder manifestieren das Problem der einzelnen Menschen auf sichtbare Art und Weise, die als sehr störend empfunden wird. Nur wem es gelingt, sein Problem loszuwerden, kann wieder ein normales Leben führen. Das wird in dem Buch auch das zweite Wunder genannt, dass die Menschen selber vollbringen müssen. Die Sorias beherrschen dieses Handwerk schon seit Jahrhunderten. Daniel, der die Wunder vollbringen kann, begeht dann aber den schweren und einzigen Fehler, den die Familie niemals begehen darf. Er mischt sich aktiv in ein Wunder ein. Das bewirkt in den Sorias ein eigenes Wunder, das stärker und gefährlicher ist als das der normalen Menschen. Daniel flieht in die Wüste und seine Familie versucht auf verzweifelte Art und Weise, ihm zu helfen, ohne sich selber in Daniels Wunder einzumischen.

Bei der Zusammenfassung des Inhalts hat sich bei mir schon der erste Kritikpunkt herausgestellt. Es ist unglaublich schwer, den Inhalt zu erfassen, da das Buch viel zu viele Nebenstränge enthält. Es gibt viel zu viele einzelne Geschichten, die in dem Buch erzählt werden, die zwar schön sind, aber es unglaublich schwierig macht, den roten Faden der Geschichte zu behalten. Man hat das Gefühl, die Autorin hatte zu viele Ideen, die sie alle mit Gewalt in das Buch hineinpressen wollte. Das hat für mich leider nicht gepasst und hat die Geschichte daran gehindert, eine tatsächliche Tiefe zu entwickeln.

Ein anderer Punkt, der sich dem ersten anschließt, sind die Charaktere. Diese haben für mich eine positive, aber auch eine negative Seite. Auch sie sind zu viele an der Zahl. Und dadurch, dass Stiefvater jeder einzelnen Person eine eigene Geschichte mitgeben wollte, konnte sich keine wirklich richtig entfalten. Man kommt bei der Menge an Personen aber irgendwann auch leider einfach nicht mehr mit. Ich habe die Familienverhältnisse der riesigen Familie der Sorias bis zum Ende des Buches nicht verstanden. Gut an den Charakteren ist aber dennoch, dass sie „anders“ sind. Wir finden keinen einzigen 08/15 Charakter vor, alle Personen sind ein bisschen schräg, aber dabei auch sehr liebenswürdig. Das hat mir sehr gut gefallen.
Was mir an „Wie Eulen in der Nacht“ außer der leichten Verrücktheit, die sich durch die ganze Geschichte zieht, auch sehr gut gefallen hat, war der Schreibstil. Stiefvater beherrscht einen bildlichen, metaphorischen Schreibstil wie kaum ein anderer Autor, der sich einfach wunderschön poetisch lesen lässt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man das Buch lesen kann, es aber nicht muss. Es ist manchmal etwas verwirrend, aber auch wunderschön geschrieben.


Erschienen bei Knaur

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    Autorin / Autor: loveatheltics - Stand: 25. März 2019