Wenn Worte meine Waffe wären

Autorin: Kristina Aamand
Illustratorinnen: Sune Ehlers, Frauke Schneider
Übersetzerin: Ulrike Brauns

Sheherazade hat als Araberin in Dänemark viel einzustecken. Nicht jeder hat Verständnis für ihre Kultur und dafür, dass Tradition, Familie und Verpflichtungen in ihrem Leben eine andere Bedeutung haben. Als sie während eines Krankenhausaufenthaltes ihres Vaters dann auf Thea trifft, gerät alles erst recht aus den Fugen. Thea unterstützt sie, bedeutet aber auch gleichzeitig ein riesiges Chaos. Denn obwohl die beiden Mädchen nicht unterschiedlicher sein könnten, verstehen sie sich von Anfang an sehr gut – sogar mehr als das.

Mir hat Sheherazades Geschichte sehr gut gefallen. Ich fand es sehr spannend mitzuerleben, wie sie versucht ein Gleichgewicht zu schaffen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen dem Leben, das sie gerne führen würde und den Erwartungen, denen sie entsprechen will, denen sie entsprechen muss. Beides gleichzeitig ist meistens schwer zu schaffen, aber was sollte zu welchem Zeitpunkt wichtiger sein?
Aber sie kämpft sich durch, gibt ihr Bestes und zweigt immer wieder, was für eine starke Persönlichkeit sie ist.

In der Geschichte werden einige Themen angesprochen, die in einigen Augen in unserer Gesellschaft -leider- noch sehr kritisch betrachtet werden. Zwischenzeitlich kam mir der Gedanke, ob es an der ein oder anderen Stelle nicht etwas zu gut gemeint war. Ob es nicht vielleicht schöner gewesen wäre, bei weniger Themen zu bleiben, darauf dann aber etwas tiefgründiger einzugehen. Aber so denkt das Leben schließlich auch nicht, manchmal kommt eben alles auf einmal.

Besonders gut gefallen haben mir die Zine-Ausschnitte. Zine ist eine Textform, also so etwas wie ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte. Man schreibt einen kurzen Text und klebt Bilder dazu, ähnlich wie bei einer Collage. Im Buch waren einige Beispiele abgedruckt und ich fand total interessant, wie man mit der Kombination aus Worten und Bildern die eigenen Meinung noch einmal ganz anders rüber bringen kann.

Ich kann die Geschichte nur empfehlen. Gerade denjenigen, die sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen und über andere Kulturen und Gesellschaften lesen wollen.


Erschienen beim Oetinger Taschenbuch Verlag

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Autorin / Autor: Paula - Stand: 25. Januar 2021