Weg frei für Einheitsbrei?

Kultusministerkonferenz legt Grundstein für vergleichbare Abiturprüfungen bundesweit

Das Abitur in Hessen ist nichts wert, das in Bayern zählt doppelt. Um solchen Vorurteilen vorzubeugen und mehr Gerechtigkeit und Vergleichbarkeit bei den Abiturprüfungen in Deutschland herbeizuführen, fordern einige Bildunsgexperten schon lange einheitliche Abiturprüfungen. Die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben bereits erste Schritte in Richtung Bildungsstandards gemacht, nun will die Kultusministerkonferenz solche Bemühungen verstärken.

In einem ersten Schritt sollen im Herbst 2012 Standards in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch vorgelegt und festgezurrt werden. Bildungsstandards für das Abitur in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Physik und Chemie sollen dann ab 2013 entwickelt werden.

In weiteren Schritten soll das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) Beispielaufgaben für die Abiturprüfung entwickeln und dazu einen Erwartungshorizont sowie Bewertungshinweise vorlegen.

Aufgabenpool soll zum Abitur 2016/17 zur Verfügung stehen
Die vom IQB als geeignet befundenen Abituraufgaben werden dann in einen Aufgabenpool eingestellt. Dieser Aufgabenpool soll ab 2013 kontinuierlich aufwachsen und den Ländern als Angebot für den möglichen Einsatz im Abitur 2016/17 zur Verfügung gestellt werden, wenn der erste Schülerjahrgang auf Grundlage der Bildungsstandards das Abitur macht.

Mit der Vorlage der nationalen Bildungsstandards für zentrale Fächer sowie dem geplanten Aufgabenpool ist die Grundlage für eine vergleichbare Abiturprüfung in allen 16 Ländern gelegt. Bereits im Schuljahr 2012/2013 soll mit der Umsetzung begonnen werden.

Zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten für Schulen?
Gegner der einheitlichen Abituraufgaben befürchten, diese förderten einen Bildungseinheitsbrei bei dem LehrerInnen gezwungen würden, sich an einen strikten Lehrplan zu halten anstatt das eigenständige Arbeiten der SchülerInnen zu fördern. Schulen hätten dann zu wenig Gestaltunsgmöglichkeiten.

Außerdem wird kritisiert, dass eine Vergleichbarkeit nur dann gegeben sei, wenn auch die Bedingungen, unter denen gelernt werde, vergleichbar seien. Klassengröße und die Ausstattung von Schulen sind Aspekte, die stark beeinflussen, wie intensiv Stoffe innerhalb der vorgegebenen Zeit erarbeitet werden und einzelne SchülerInnen gefördert werden können.

Chancenspiegel: Große Unterschiede in Bundesländern
Passend dazu hat der "Chancenspiegel", eine aktuelle Studie des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund und der Bertelsmann-Stiftung, wieder mal eindringlich gezeigt, dass es in den verschiedenen Bundesländern noch sehr große Unterschiede in den Bereichen Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe gibt.

Offenbar haben Kinder in verschiedenen Bundesländern nämlich keineswegs vergleichbare Möglichkeiten, ihre Potenziale voll auszuöpfen. Bei den Abschlussprüfungen aber soll dann plötzlich diese Vergleichbarkeit herbeigezaubert werden?

Ob die "Aufgabenentwicklungskommission" auch diese Gesichtspunkte im Blick hat?

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 9. März 2012
 
 
 

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