Was Sara verbirgt

Autorin: Kathrine Nedrejord
Übersetzt von Lotta Rüegger, Holger Wolandt

„Manche Erinnerungen verändern sich im Nachhinein. Als lege das Gedächtnis einen rosaroten Filter darüber, weil du begreifst, dass damals zum letzten Mal alles gut war.“

Mit diesen Worten beginnt das Buch. Und ich denke, die Autorin hätte keine treffenderen Worte finden können.
Die Geschichte beginnt an einem Punkt, als noch alles gut war. Doch schon bald beginnt Sara sich zu verändern. Sie zieht sich zurück, spricht kaum noch mit ihrer besten Freundin und ist total in sich gekehrt. Als sie an diesem Abend zerkratzt und ganz außer sich bei ihrer besten Freundin Lajla ankommt, aber dabei kaum ein Wort spricht, macht sich Lajla solch große Sorgen, dass sie herausfinden muss, was passiert ist. Und da Sara nicht darüber sprechen möchte, beginnt sie eigene Ermittlungen anzustellen. Schon bald begreift Lajla, dass Sara vergewaltigt wurde, doch diese möchte nicht darüber sprechen, im Gegenteil, sie möchte um keinen Fall preisgeben, wer ihr das angetan hat. Sara hat furchtbare Angst, vor allem da der Kerl sie auch bedroht.

Meine Meinung
„Was Sara verbirgt“ hatte ich schon sehnsüchtig erwartet. Die Thematik dahinter ist eine ganz wichtige, und ich finde, es gibt einfach viel zu wenig Literatur dazu. Ganz wichtig dabei ist, dass sich die Betroffen dabei nicht schämen und nicht zögern, Hilfe anzunehmen.
Das Cover gefällt mir ganz gut. Es passt definitiv zur Geschichte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist wirklich sehr fesselnd, sodass die gut 150 Seiten sich zügig lesen ließen.
Erzählt wird das Buch aus Lajlas Ich-Perspektive. Nachdem sie einige Informationen in Erfahrung bringen konnte, bittet Sara sie aufzuhören. Ihrem Wunsch nachkommend, hält sich Lajla daran so gut es geht, um Sara nicht noch mehr in Schwierigkeiten zu bringen. Gefangen zwischen Loyalität und dem Drang, Sara Gerechtigkeit zu bringen, versucht Lajla das beste aus der Situation zu machen und Sara so gut es geht zu helfen, auch wenn ihr eigenes Leben dabei etwas auf der Strecke bleibt.

Das Buch war wirklich sehr spannend geschrieben, daran habe ich nichts auszusetzen. Das Ende kam mir dann aber doch ein bisschen abrupt, und generell hätte ich mir gewünscht, dass das Thema Vergewaltigung und Vergewaltigungsopfer mehr ausgearbeitet worden wäre. Das Buch konzentriert sich eher darauf, dass Lajla herausfinden möchte, wer Sara das angetan hat, anstatt ihr zu helfen, dieses Erlebnis zu verarbeiten. Auch hätte ich mir mehr gewünscht zu erfahren, was danach passiert. Mit dem Täter, wie sich die beiden nach all dem wieder in ihrem Leben zurechtfinden und wie sie es schaffen weiterzumachen. Da hätte das Buch gerne für mich deutlich länger sein dürfen. Das was geschrieben wurde, fand ich richtig gut. Aber ich hätte mir einfach mehr gewünscht.

Erschienen beim Verlag Urachhaus

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Autorin / Autor: Lisa B. - Stand: 16. März 2021