Unter dem Zelt der Sterne

Autorin: Jenn Bennett
Aus dem Englischen von Claudia Max

Zorie und Lennon waren seit ihrer Kindheit beste Freunde, beinah wären sie sogar ein Paar geworden – doch dann eskaliert ein Streit zwischen den Familien und treibt einen Keil zwischen die beiden. Zorie leidet unter dem Ende ihrer Freundschaft, Lennon fehlt ihr, doch ihrer Familie zuliebe meidet sie ihn. Als sich eines Tages die Hinweise verdichten, dass ihr Vater eine Affäre hat, will Zorie nur noch weg und nimmt spontan die Einladung einer Freundin zum Glamping an; das Campen unter glamourösen Umständen wird sie hoffentlich auf andere Gedanken bringen. Doch bei der Abfahrt erfährt Zorie, dass nicht nur ihre Freundinnen, sondern auch ein paar Jungs bei dem Trip dabei sind – unter ihnen Lennon. Zorie ist hin- und hergerissen: Einerseits hat sie die Nase voll von Lennon, andererseits will sie nichts wie weg von Zuhause. Also lässt sie sich auf eine Reise ein, die anders verlaufen wird als sie denkt, und immer wieder überraschende Wendungen nimmt.

Mit „Unter dem Zelt der Sterne“ hat Jenn Bennett ein einfühlsames, unterhaltsames Jugendbuch geschrieben, das nicht nur mit seinen authentischen Charakteren sondern auch mit der unerwartet spannenden Handlung überzeugen kann. Besonders mit Zorie konnte ich mich sehr gut identifizieren: Sie gibt sich Mühe, es allen recht zu machen, ist manchmal unsicher, plant gerne und hat mit der Astronomie ein ungewöhnliches Hobby gefunden, für das sie brennt. Als Figur wirkt sie unglaublich plastisch und nahbar, sodass ich als Leserin oft das Gefühl hatte, beinah selbst in ihrer Haut zu stecken. Die Sprache des Romans ist mir positiv aufgefallen, weil ihr eine Gratwanderung zwischen moderner Jugendsprache und einer angemessenen Ausdrucksweise gelingt. Dadurch wirkt die Kommunikation zwischen Zorie und Lennon, aber auch zwischen Zorie und ihren Freundinnen oder Eltern, absolut echt und natürlich. An der Handlung von „Unter dem Zelt der Sterne“ gefällt mir gut, dass es zwar verschiedene Handlungsstränge gibt, diese sich aber eher ergänzen und unterstützen, als in Konkurrenz zueinander zu stehen. Man hat nicht den Eindruck, die Autorin wollte „noch mehr“ in die Geschichte packen, stattdessen wirkt die Geschichte stimmig und erzählt das, was passiert, mit dem angemessenen Detailreichtum.

Ein besonderes Highlight von „Unter dem Zelt der Sterne“ ist für mich die liebevolle Gestaltung des Covers, und dazu passend die Karten innerhalb des Buches. Das Titelbild ist gelungen und passt rückblickend super zur Geschichte. Die Comic-artigen Landkarten sind Teil der Geschichte und helfen dem Leser, Zories Weg durch die Wildnis zu verfolgen.
„Unter dem Zelt der Sterne“ ist ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle. Es bietet mehr Spannung als ich auf den ersten Blick vermutet hätte. Einziger Wermutstropfen: An manchen Stellen ist die Liebesgeschichte wirklich sehr kitschig, trotzdem hat mir das Buch insgesamt gefallen.


Erschienen bei Carlsen

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Autorin / Autor: lacrima - Stand: 9. September 2019