Und mittendrin ich

Autorin: Ami Polonsky
Aus dem Amerikanischen von Petra Koob-Pawis

Zu Hause kann Grayson ganz er selbst sein, doch in der Schule ist er bemüht, keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und möglichst wenig beachtet zu werden, damit niemand hinter sein Geheimnis kommt. Denn Grayson ist eigentlich ein Mädchen, gefangen im falschen Körper. Aus Angst vor der Reaktion ihrer Mitmenschen hat sie dies bislang für sich behalten, aber ihr wahres Ich sehnt sich immer mehr danach, aus dem Schatten ins Licht zu treten. Wird es Grayson mit der Unterstützung einer unerwarteten Freundschaft und eines mitfühlenden Lehrers schließlich gelingen, der Welt ihr wahres Ich zu zeigen?

Meine Meinung
In Und mittendrin ich erzählt die Autorin Ami Polonsky auf sehr einfühlsame Weise die ergreifende Geschichte eines Mädchens, das unglücklicherweise im falschen Körper geboren wurde und welche Konsequenzen das sowohl für die Betroffene als auch deren mitunter teils weniger tolerantes Umfeld mit sich bringt.

Dank der Ich-Perspektive fühlt man sich von der ersten Seite an mit Grayson verbunden und bringt ihr viel Mitgefühl entgegen. Man mag sich kaum vorstellen, wie schwer es sein muss, sein wahres Ich die ganze Zeit über zu verstecken und sich gezwungen zu fühlen, sich Strategien auszudenken, um bestimmte Dinge zu verheimlichen. Dank der authentischen Beschreibungen von Graysons Gedanken und Gefühlen diesbezüglich kann man sich auch sehr gut in sie hineinversetzen und bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, was sie durchmacht, auch wenn man selbst nicht betroffen ist. Manchmal fällt es dabei sogar schwer, die Tränen zurückzuhalten, insbesondere wenn man erlebt, wie andere Menschen darauf reagieren.

Erfreulicherweise verzichtet Ami Polonsky zudem gänzlich auf unnötige Dramen oder zusätzliche Handlungselemente, sodass man sich als Leser ganz und gar auf diese ruhige, jedoch sehr gefühlvolle Geschichte fokussieren kann. Überraschende Wendungen wird man in dem Buch nicht finden, dafür werden beim Lesen aber jede Menge Emotionen ausgelöst und fesselnd ist die Handlung in jedem Fall.

Der Autorin gelingt es gut, diese sensible Thematik aufzuarbeiten, ohne die damit verbundenen Schwierigkeiten zu beschönigen oder oberflächlich zu vereinfachen. Sie macht klar, dass Graysons Situation keine leichte ist und scheut sich nicht davor, die negativen Reaktionen einiger Menschen aufzuzeigen. Allerdings gibt genau das andererseits auch Anlass zur Kritik. Zwar gibt es glücklicherweise einige Figuren, die Grayson unterstützen und ihr zur Seite stehen, und sicher wird man auch in der Realität als Betroffener mit negativen Reaktionen konfrontiert werden, aber man fragt sich schon, welche Botschaft die Autorin konkret vermitteln will bzw. ob die eigentlich gewollte Botschaft bei selbst Betroffenen auch tatsächlich ankommt. Aufmunternd oder bestärkend wirkt das darüber hinaus relativ offen gehaltene Ende nämlich vielleicht nicht unbedingt.

Fazit
Und mittendrin ich ist eine sehr gefühlvolle Geschichte, die vor allem Nicht-Betroffenen dabei helfen kann, besser zu verstehen, wie Betroffene sich fühlen, und dadurch hoffentlich dazu beiträgt ihnen mit mehr Toleranz und Verständnis zu begegnen.

Erschienen bei cbj

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Autorin / Autor: Stephie - Stand: 20. August 2019
 
 
 

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