Eine Umweltechnikerin mit Bürgernähe

Lena Paschko kümmert sich in der Amtsverwaltung der Stadt Bordesholm um alles, was mit Umwelt und Naturschutz zu tun hat.

Ich bin Umwelttechnikerin des Amtes Bordesholm. Das ist eine Stelle in der Amtsverwaltung, und ich kümmere mich um alles, was mit Umwelt und Naturschutz zu tun hat, zum Beispiel die Sanierung des Bordesholmer Sees, Baumschutz, Knickschutz, Amphibienschutz, Regenwasserbeseitigung, Klimaschutz, den Naturerlebnisraum und das FFH-Gebiet. Ich bin viel in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, richtige Verwaltungstätigkeiten gehören aber auch dazu.

Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen? Wie war Ihr „Werdegang“?
Ich habe in Kiel Geographie auf Diplom studiert, mit den Nebenfächern Limnologie (die Lehre von den Binnengewässern) und Hydrologie (die Lehre vom Wasser in all seinen Erscheinungsformen). Danach habe ich mich ganz konventionell auf Stellensuche begeben und habe die Ausschreibung hier in Bordesholm gefunden. Ich denke, dass ich wegen meinem Fachwissen zum Thema See eingestellt wurde.

Wollten Sie schon immer etwas im Umweltbereich machen?
Ja, ich bin sehr umweltbewusst erzogen worden und konnte mir nie etwas anderes vorstellen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Ich sitze viel im Büro und erledige Schreib-, Recherche- und Telefonarbeiten. Ich bin aber auch viel draußen unterwegs, protokolliere Vorgänge, treffe Bürger, Politiker und Verbände. Ich organisiere Arbeitskreise, Meetings und bin bei den Umweltausschüssen anwesend. Ich beantworte Fragen, kläre auf und vermittel bei Missverständnissen.

Was ist das Beste an Ihrem Job?
Das Schöne ist zunächst die nette Atmosphäre: Nette Kollegen und Chefs und tolle Bürger. Meine Arbeit ist sehr vielseitig und ich kann viel in Eigenregie tun. Ich betreue ein großes Amtsgebiet und bin für die ökologischen Aufgaben die einzige Sachbearbeiterin, sodass ich in allen Bereichen tätig bin und nicht nur in ganz bestimmten. Es gibt viele Leute (Kollegen, Verbände und Bürger), die mich unterstützen und die ich immer um Rat fragen kann.

Gibt es auch Aufgaben, die weniger Spaß machen?
Die ganze Verwaltungsarbeit ist zwar sehr wichtig, aber auch mühsam. Vorgänge müssen zur Nachvollziehung immer genau protokolliert werden.

Was war bisher Ihr interessantestes Projekt?
Ich habe gleich zu Anfang das Projekt des Gemeindeökopfades (www.bordesholm.de/oekopfad) übernommen. Mit zwölf Freiwilligen haben wir in gut einem Jahr 30 Ökopunkte gesucht und besprochen. Mit den Ökopunkten wollen wir darauf hinweisen, dass es auch in urbanen Gebieten viel Natur zu entdecken gibt, sogenannte „kleine Wunder am Wegesrand“. Die Punkte werden auf der Internetseite und in einem Flyer dargestellt, man kann sie ablaufen und besichtigen. Finanziert wurde das Ganze größtenteils über Spendengelder. 

Zum Anderen beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema der Sanierung des Bordesholmer Sees. Der See hat durch die vermehrte Zufuhr von Nährstoffen ein Eutrophierungsproblem (bestimmte Pflanzenarten wie etwa Algen, beginnen zu wuchern und das ökologische Gleichgewicht des Sees ist in Gefahr). Durch Renaturierungen und Optimierungen der Kläranlagen am Zufluss konnte die Nährstofffracht bereits halbiert werden, nun müssen wir mit weiteren Maßnahmen weitere 50% Reduzierung erreichen.

Hat Ihr Beruf Auswirkungen auf Ihren Alltag und Ihr generelles Umweltbewusstsein?
Auswirkungen auf mein Umweltbewusstsein hat mein Beruf wohl nicht, dafür habe ich vorher schon zu viel gewusst und aufgenommen. Aber ich weiß mittlerweile, warum viele Dinge ihre Zeit brauchen. Außerdem kenn ich mittlerweile viele rechtliche Hintergründe und kann sie aus der Sicht besser einschätzen.

Welche Fähigkeiten und Interessen sollte man für diesen Berufsbereich mitbringen?
Man sollte sich schnell und sicher in fremde Themengebiete einarbeiten, mit Menschen gerne zusammenarbeiten und interdisziplinär denken können.

Welchen Rat würden Sie den Leserinnen auf den Weg geben, die auch etwas in dieser Richtung machen möchten?
Bewerbt euch ruhig auf Berufe, die nicht direkt mit eurer Ausbildung zu tun haben! Haltet die Augen schon frühzeitig offen für alle Bereiche und macht euch in vielen Themenbereichen schlau, man weiß nie, ob und wie man sein Wissen gebrauchen kann.

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: Juni 2013
 
 
 

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