Töchter der Freiheit

Autorin: Theresa Jeßberger

Elodea sollte eigentlich glücklich sein. Sie trägt schöne Kleider, trifft neue Menschen auf Teepartys und Bällen. Denn sie ist eine Hofdame. Sie wurde nicht freiwillig eine Hofdame, sie wurde dazu verbannt. Sie gehört den „Aurenen“ an, deren Aufgabe es ist, sich gegen die Tyrannenherrschaft ihrer Königin zu stellen. Ihre Anführerin, die Magistra Loreba Elgyn, wurde zu Tode verurteilt. Am Hinrichtungstag der Magistra, nimmt alles plötzlich eine Überraschende Wende. Sie sind nicht mehr allein, den die "Brüder Mhyrias“ schließen sich ihnen an. Nun muss sie sich entscheiden: will sie für ihr Land und ihre Freunde und für sich selbst kämpfen? Ist sie bereit ihre Freiheit und ihr Leben dafür zu opfern? Denn ein Krieg ist nicht mehr unumgänglich.

Meine Meinung
Als ich das Cover und den Klappentext des Buches gesehen und gelesen habe, war ich schon sehr neugierig, was mich erwartet, aber ich wurde hier leider etwas enttäuscht. Ich dachte, dass Elodea die Hauptprotagonistin ist. Man liest aber schon zu Beginn des Romans, dass eine andere Person den größten Teil des Romans einnimmt. Man liest viel über Elodea, sie kommt mir aber eher wie eine Mitläuferin vor. Man erfährt erst im hinteren Teil des Romans, wie alt sie ist, was ihre Beweggründe sind und weshalb sie sich den „Aurenen“ angeschlossen hat. Sie kam mir sehr ängstlich und überfordert vor, denn sie war sich nie sicher, ob das was sie tat, wirklich das richtige ist.
Für mich sind die eigentlichen Hauptprotagonisten: Die Magistra „Lorebra Elgyn“, die zugleich auch Anführerin der „Aurenen“ ist und „Lyonel von Bethane“, der verlorene und verstoßene Bruder der Königin und der Anführer der „Brüder Mhyrias“. Loreba wird zum Tode verurteilt, weil sie mit ihren Anhängern eine andere Ideologie vertritt als die Königin. Sie setzen sich für Gerechtigkeit und Wohlbefinden der Armen im Avendur ein. Die Brüder Mhyrias verfolgen die gleichen Absichten wie die Aurenen. Ihnen ist es genauso leid, wie grausam die Königin mit ihrem Volk umgeht. Sie will einen Krieg auf Kosten des Volkes gegen Padmandor. Sie hat aber nicht mit den Rebellen gerechnet, denn ihnen schließen sich einige andere Provinzen noch an.
Die Nebencharaktere fand ich hier sehr schön beschrieben. Martha die keine Magierin ist, aber schon sehr lange an der Seite von Loreba lebt, kam mir wie eine Mutter vor. Denn sie sorgt sich um die Aurenen. Elliott, der sich um Lyonel kümmert und ihn immer und überall unterstützt. Und natürlich auch die bösen Charaktere: voran Lysander Farosch.

Da mich das Buch etwas ratlos zurückgelassen hat, schaute ich nach, was andere Rezensent_innen dazu sagen. Einige schreiben über Fantasie und Magie. Leider muss ich zugeben, dass mir der Fantasie-Aspekt etwas zu mager ausfiel. Magie nahm schon eher Raum ein, da sich die Aurenen mit Magie verteidigen und diese auch in anderen Situationen einsetzen, z.B. in der Heilung.

Die Autorin hat die Provinzen und Städte detailgetreu beschrieben. Man glaubt, sich mitten in diesem Volk zu befinden. Leider erfährt man nicht, in welchem Jahrhundert sich die Ereignisse ertragen, das finde ich ein bisschen schade.
Den Schreibstil fand ich flüssig und inhaltlich gefiel mir, dass man zum einen sieht, was Hass, Habgier und fehlende Liebe aus einem Menschen machen kann und wie am Ende alle zu Helden werden. So wie es auch im Klappentext steht: Wir sind in einer Zeit geboren, in der jedem anständigen Menschen nichts anderes übrigbleibt, als zum Helden zu werden.

Mein Fazit
Die Autorin Theresa Jeßberger hat mit diesem Roman gezeigt, wie ein Volk unter der Herrschaft ihrer Königin lebt, die nur mit Hass und Tyrannei ihr Land regiert. Es geht um den Sturz der Königin und um ein friedliches und demokratisches Leben. Auch um Freundschaft, Liebe, Hass, Intrigen und Verrat. Ich kann und ich werde dieses Buch meinen älteren Freunden weiterempfehlen (Erwachsenen.) Für mich persönlich gehört dieses Buch in die Kategorie „Bücher für Erwachsene“

Erschienen bei Fischer

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Autorin / Autor: Sarah15 - Stand: 30. Juli 2020