The Music of what happens

Autor: Bill Konigsberg
Übersetzt von Ralf Schmitz

„The Music of What Happens“ von Bill Konigsberg hat mich des Öfteren zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht. Neben der sehr gefühlvollen Liebesgeschichte zwischen Max und Jordan, kommen auch die Freundschaften und Mutter-Sohn-Beziehungen der beiden erwachsen werdenden jungen Männer nicht zu kurz.
Und obwohl das Buch große Themen wie Homosexualität, Rassismus oder den Tod und Verlust geliebter Menschen behandelt, wird kein großes Brimbamborium darum gemacht – es geht vielmehr um die leisen, zwischenmenschlichen Töne, die hier mitschwingen. Es wird gezeigt, dass man selbst die besten Freunde, den festen Freund oder auch die Eltern manchmal nicht versteht und am liebsten auf den Mond schießen würde, denn: Keiner ist perfekt.

Durch die abwechselnden Kapitel, einmal aus der Sicht von Jordan und einmal von Max, wird außerdem deutlich, wie unterschiedlich die Selbst- und Außenwahrnehmung sein kann und dass zwei Menschen, die auf den ersten Blick komplett unterschiedlich sind, Gemeinsamkeiten haben und sich aber auch ergänzen können. Jordan ist eher introvertiert und schreibt tiefsinnige Texte, während Max entspannt und selbstbewusst durchs Leben geht.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass zwei Jungs, die keine Ahnung davon haben, das Geschäft in einem heruntergekommen Food-Truck wieder auf die Beine bringen sollen, hat jeder der beiden noch seine ganz eigenen Probleme. Jordan, der sich selbst nicht leiden können zu scheint, muss sich um seine Mutter kümmern, die nach dem Tod seines Vaters nicht mehr dieselbe ist und auch Max hat trotz seiner Sunnyboy-Ausstrahlung etwas Negatives erlebt, das er verarbeiten muss. Und genau wie Max sich selbst erst nach und nach darüber klar wird, werden auch dem Leser die Informationen zu dieser Hintergrundgeschichte häppchenweise serviert.

Die Melodie des Buches ist aus dem Leben gegriffen – die Dialoge sind sehr realitätsnah (ich musste öfters schmunzeln, wie ähnlich die Gespräche im Buch zu den Gesprächen mit meinen zwei besten Freundinnen sind) und wechseln sich ab mit freundschaftlichen, vor Sarkasmus triefenden Frotzeleien und ernsten, tiefschürfenden Gesprächen. Durch die stellenweisen eingebauten lyrischen Texte und Handychatverläufe oder auch ein Kapitel, das in Form eines Theaterstücks geschrieben ist, kommt beim Lesen keine Langeweile auf und es wirkt alles sehr stimmig.
Kurz und knapp: Ein sehr lesenswertes und berührendes Buch.

Erschienen bei one

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Autorin / Autor: Anna - Stand: 21. Dezember 2020