Tausend Mal gedenk ich dein

Autorin: Heike Eva Schmidt
ab 14 Jahren

Buchcover

Der Roman „Tausend mal gedenk ich dein“ von Heike Eva Schmitt erzählt die Geschichte der 15-jährigen Nelly. Nelly ist eher der Durchschnittstyp: durchschnittlich hübsch, durchschnittlich begabt – doch weniger als durchschnittlich beliebt. In ihrer Klasse findet sie kaum Anschluss, die anderen tuscheln hinter ihrem Rücken über sie. Doch zum Glück gibt es da noch Pina, Nellys beste Freundin. Pina ist all das, was Nelly sich wünschen würde: Sie ist hübsch, frech, beliebt und stilsicher. Mit Pina hat Nelly Spaß und die Gemeinheiten ihrer Klasse können ihr nichts mehr anhaben. Nachdem Nelly dann auch noch Elias kennen lernt, scheint ihre Welt perfekt: Sie hat nun einen festen Freund, der sie aufrichtig liebt und eine beste Freundin, die alles für sie tun würde. Doch nach und nach verändern sich die Dinge: In Nellys Klasse gibt es immer wieder kleinere Unfälle, und alles deutet darauf hin, dass Nelly diejenige ist, die sie verursacht. Nelly selbst jedoch vermutet, dass es Jule ist, die Neue in der Klasse, die alle anderen gegen Nelly aufbringen will. Nelly ist verzweifelt und sucht Hilfe bei Elias und Pina – doch auch zwischen den beiden gibt es Spannungen, und alles scheint irgendwie miteinander zusammen zu hängen. Nelly weiß am Ende nicht mehr, wem sie überhaupt noch glauben kann.

Die Entwicklung des Romans wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Jule, Nelly, Pina und Elias wechseln sich ab, was dem Leser Einblicke in die Hintergründe der Geschehnisse gibt. Nur Nellys Teil wird jedoch aus der Ich-Perspektive wiedergegeben, wodurch sich der Leser ihr am nächsten fühlt. Doch nicht nur die multiperspektivische Erzählform sorgt für Spannung: Die Autorin nutzt zahlreiche Cliffhanger, um die Leser zu fesseln. Einige dieser Andeutungen wirken jedoch plump und offensichtlich, wodurch sie ihre Wirkung teilweise verfehlen. Insgesamt sind die Kapitel vor allem am Anfang des Buchs sehr kurz, wodurch es dem Leser schwer fällt, sich in die Geschichte einzufinden. Das legt sich jedoch nach einer Weile. Manchmal finden sich zwischen den Kapiteln kurze Briefe ohne Absender oder Empfänger. Diese tragen dazu bei, im Leser immer neue Fragen aufzuwerfen, die erst ganz am Ende beantwortet werden. Überhaupt ist das Ende der wahrscheinlich beste Teil des Buches. Gerade als die Verwirrung am größten ist und keine Lösung der Situation mehr vorstellbar, endet das Buch mit einer großen Überraschung, die alle Fragen beantwortet und die komplette Handlung in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, besonders weil es nah an der Lebenswelt von Jugendlichen geschrieben ist. Nur an wenigen Stellen wird erkennbar, dass die Autorin selbst eigentlich eher wenig mit Smartphones, Facebook und dem Internet zu tun hat. Dadurch erscheint der Alltag der Teenager passend wiedergegeben und authentisch. Doch nicht nur der Aspekt der Technik, auch die psychologische Verfassung der Protagonisten ist erwähnenswert. Hier hat die Autorin ganze Arbeit geleistet, denn erst ganz am Ende wird dem Leser bewusst, dass die Psychologie der Figuren eine entscheidende Rolle spielt.

Erschienen bei Boje

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Autorin / Autor: lacrima