Tachyon - Der Planet

Autor: Brandon Q. Morris

X7 ist gerade auf der Suche nach Claudio Pedramonte, als sie eine Nachricht aus der Zukunft bekommt: Ein außerirdisches Raumschiff wird über Terra Nova aufsteigen und die Flotten vom Neomars und der Terraunion zunichte machen. Die einzige selbstlernende KI setzt alles daran, diese Prophezeiung aufzuhalten - auch wenn sie dafür den Körper eines anderen Wesens okkupieren und hier und da Menschen eliminieren muss. Wer könnte die Bedrohung, die sich langsam, aber sicher in Richtung des Sonnensystems bewegt, besser aufhalten als eine KI, ihr ehemaliger Wirt (oder ist es doch andersherum?) und die Tochter der Wissenschaftlerin, die eine Tachyonwaffe entwickelt hat und des Wissenschaftlers, der als Wirt der siliziumbasierten Aliens das Unheil der Menschheit in sich trägt?

Aber noch einmal langsam: Wir treffen also Monte, X7, Mark Decker und Yini wieder, die das Zepter der Berichterstatterin zurücknimmt, nachdem ihr Bruder im zweiten Teil der Reihe transkribiert hat. Während Yini mit ihrer Mutter nach Terra Nova gereist ist, um genau das Drama aufzuhalten, das sich nun abspielt, hat X7 nicht nur Monte gejagt, sondern auch den Körper eines Offiziers in Beschlag genommen, der nun in einer Schiffssteuerung steckt und die anderen von dort aus tatkräftig dabei unterstützt, Decker zu stürzen – und hat den Körper schließlich noch einmal eingetauscht und so Decker und den Kasen Kian getroffen. Biobags werden auch in diesem Teil der Tachyon Trilogie munter gewechselt. Während X7 noch im Weltall unterwegs ist, suchen und finden Monte und Yini sich und versuchen, einen Plan zu entwickeln, Decker aufzuhalten. Aber ist das überhaupt möglich?

Ich stehe dem letzten Teil der Trilogie ambivalent gegenüber: Einige der Erzählstränge aus den ersten beiden Bänden wurden aufgegriffen und zusammengeführt, andere laufen meinem Empfinden nach ins Leere. Generell gibt es einige Figuren aus den letzten zwei Teilen, die schlicht keine Rolle mehr spielen. Dadurch bleiben manche der Handlungsstränge, die in den ersten beiden Teilen aufgebaut wurden, für mich auch ungeklärt. Während Decker und der Kasen Kian wieder auftauchen und hier auch Rückverweise und -bezüge zu den anderen Teilen hergestellt werden, bleibt für mich etwa die ganze Monte und X7 Dynamik relativ undurchschaubar. Es gibt zwar einen Twist im Buch, der meine Verwirrungen erklären könnte, aber ich hatte zwischendurch den Eindruck, dass da einfach zu viele Bälle in der Luft waren und so einige hintenübergefallen sind - was ich schade finde. Dazu gehört auch, dass etwa Missionen und Handlungen die in den ersten beiden Bänden groß aufgebaut wurden und jetzt hätten in Kraft treten sollen, einfach nicht mehr erwähnt wurden.

Allen in allem bleiben bei mir ein paar Fragen offen, dennoch hatte ich beim Lesen und Eintauchen in so ganz andere Sphären Spaß. Am Ende der Reihe würde ich sagen, dass es nicht zwingend notwendig ist, alle Teile der Trilogie zu lesen, da sie größtenteils aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben wurden und auch unabhängig voneinander gelesen werden können.

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Autorin / Autor: Karla G. - Stand: 5. Januar 2026