Spellslinger - Karten des Schicksals

Autor: Sebastian de Castell

Kellen, der Sohn des mächtigsten Clan-Lords, feiert demnächst seinen 16. Geburtstag und damit steht zugleich auch seine Magierprüfung kurz bevor. Es gibt da nur ein Problem: Seine Magie verschwindet und wenn er die Prüfung nicht besteht, wird er zu einem Leben als einfacher Diener degradiert. Glücklicherweise ist er nicht auf den Kopf gefallen und versucht seinen Mangel an Magie mit List und trügerischen Worten zu verschleiern. Auf diese Weise gelingt es ihm sogar sein erstes Duell zu gewinnen, aber was geschieht, wenn jemand sein gerissenes Spiel durchschaut?

Meine Meinung
Spellslinger - Karten des Schicksals ist der spannende Auftakt zu einer magischen Hexalogie voller Verrat, Täuschungen und Intrigen, die den Leser an die Seiten fesseln und bis zum Schluss in ihren Bann ziehen. Am Ende ist man daher mehr als froh, dass die Abenteuer von Kellen in dieser faszinierenden und zugleich düsteren Welt noch lange nicht vorbei sind und man sich noch auf viele weitere Bände freuen kann.

Der Protagonist Kellen, aus dessen Blickwinkel die Geschichte auch erzählt wird und in den man sich dank des Ich-Erzählers gut hineinversetzen kann, verfügt vielleicht nicht über viel Magie, kann dafür aber mit zahlreichen anderen Eigenschaften überzeugen, die ihn umso sympathischer machen. Er ist clever, schlagfertig und beweist dazu noch viel Mut. Was ihm an magischen Kräften fehlt, macht er also allemal mit seinem Köpfchen wieder wett.

Er wächst in einer Welt auf, in der ein Volk von Magiern sich als überlegen betrachtet und jene Menschen, die keine Magie in sich tragen, unterwirft. Letzere dienen den Magiern quasi als Sklaven und müssen all jene Arbeiten verrichten, die die Magier als unter ihrer Würde ansehen. Dementsprechend möchte Kellen natürlich verhindern seinen von Geburt an gewöhnten Status zu verlieren. Durch seinen bildhaften Schreibstil, dem es gleichzeitig nicht an Humor mangelt, schafft es Sebastien de Castell dem Leser ein plastisches Bild dieser Welt zu vermitteln, die von ungerechter Privilegierung und Unterdrückung vermeintlich Schwächerer geprägt ist, wodurch er gekonnt gesellschaftskritische Elemente in seine Darstellung einfließen lässt.

Kellen ist allerdings nicht die einzige Figur, die einem in Erinnerung bleibt. Die geheimnisvolle Ferius ist mindestens genauso interessant und schafft es mit ihrer einnehmenden Art sowie ihrem Sarkasmus schnell Eindruck zu hinterlassen, sowohl bei Kellen als auch beim Leser.

Die abenteuerliche Handlung ist von der ersten bis zur letzten Seite mitreißend und macht große Lust auf die Fortsetzung, die hoffentlich ebenso fantastisch ist wie der Auftakt zu dieser Reihe.

Fazit
Spellslinger - Karten des Schicksals ist der erste Band einer neuen, abenteuerlichen Serie mit liebenswerten Figuren, witzigen Dialogen und jeder Menge spannender Intrigen. Die Fortsetzungen wird man sich nach diesem gelungenen Auftakt keinesfalls entgehen lassen.


Erschienen bei dtv

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Autorin / Autor: Stephie - Stand: 24. März 2020