Sixteen Souls - Wovor die Toten sich fürchten
Autorin: Rosie Talbot
ins Deutsche übersetzt von Ann Lecker
Seit er als Junge fast gestorben wäre, kann Charlie nicht nur mit Geistern kommunizieren, sondern sie auch berühren – und den Moment ihres Todes nacherleben. Diese Fähigkeit hat ihn nicht nur von seinen Freund:innen und Mitschüler:innen entfremdet, sondern stellt auch eine unmittelbare Gefahr für ihn dar, denn die Toten sind ihm bei Weitem nicht alle freundlich gesonnen. Daher ist es kein Wunder, dass Charlie sich keineswegs über das plötzliche Auftauchen von Sam freut, obwohl der über die gleichen Fähigkeiten zu verfügen scheint wie er. Wer weiß, was der fremde Junge im Schilde führt? Doch als nach und nach immer mehr Geister spurlos verschwinden, muss Charlie sich entscheiden, wie viel er riskieren will, um ihnen zu helfen – und mit wem er bereit ist zusammenzuarbeiten.
Meine Meinung zum Buch
Insgesamt hat mir die Grundidee des Buches gut gefallen, weil sie sich von bereits aus anderen Geistergeschichten bekannten Motiven abhebt. Ebenfalls sehr positiv ist für mich der diverse Cast des Buches: Viele Charaktere sind nicht einfach nur Weiße cis-Menschen und es geht nicht nur um heterosexuelle Beziehungen, wie es ja leider immer noch in den allermeisten Büchern – vor allem aus dem Romantasy-Genre – der Fall ist. Generell sind die Personen liebenswert und gut geschrieben, mit nachvollziehbaren Gedanken und Gefühlen sowie kleinen Eigenheiten und Imperfektionen. Sympathien und Antipathien zwischen Charakteren sind glaubhaft beschrieben, und ihre Interaktionen wirken meistens realistisch.
Nicht immer ganz verständlich waren für mich hingegen die Schilderungen der eher actionreicheren Szenen – dort fiel es mir manchmal etwas schwer, der Handlung zu folgen, die in meinen Augen oft etwas verwirrend war und nicht sehr übersichtlich beschrieben wurde. Das gleiche galt auch für die Erklärungen der magischen Möglichkeiten und Grundlagen in diesem Universum. Zudem gab es für meinen Geschmack zu viele Momente, in denen sehr explizite und detailreich ausgeführte Gewaltdarstellungen vorkamen. Obwohl ich solche Beschreibungen nicht per se ablehne, passten diese für mich nicht so ganz zu dem sonstigen Ton des Buches, das ja eher für jüngere Leser:innen vermarktet wird.
Zusammenfassend kann ich das Buch jedem:r empfehlen, der:die sich für eine queere Liebesgeschichte in einem Urban-Fantasy-Setting begeistern kann. Ich möchte jedoch insbesondere sensibleren Leser:innen dringend ans Herz legen, sich vorher mit den Triggerwarnungen für den Inhalt auseinanderzusetzen, da wirklich viele potenziell belastende Szenen und Themen beschrieben werden.
Erschienen bei Loewe
Autorin / Autor: Rebecca R. - Stand: 18. März 2026