Schule versenken

Autor: Lean Malin Wejwer

Von den Eltern als Schande bezeichnet, von den Lehrern ständig vertröstet und seine Mitschüler spielen ihre brutalen Spiele mit ihm. Nach vierzehn Jahren kommt Paul zu dem Schluss, dass es Zeit ist, den Spieß herumzudrehen. Er wird sich rächen!
Aus Stadt, Land, Fluss wird Stadt, Land, Sch(l)uss, aus Schiffe versenken: Schule versenken.

Der Verlauf der Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen, die einzelnen Handlungen und Szenen schienen realistisch und waren in sich nachvollziehbar und die Endsituation hat dazu gepasst, auch wenn ich es mir zwischenzeitlich anders gewünscht habe.
Allerdings passen ein paar kleine Schritte, die zu dieser Endsituation hingeführt haben, meiner Meinung nach nicht richtig in die Geschichte, dafür erscheint mir Paul zu schlau. Außerdem kam mir der Aufbau und die Entwicklung auf das Ende zu teilweise etwas klischeehaft vor. Dieses Ende hätte so auch in diversen anderen Büchern stehen können, aber dieses Buch ist einfach nicht jedes andere! Ich hätte mir hier einfach noch eine andere Hinführung zu dem Ende hin gewünscht.

Lean Malin Wejwer hat das Buch in einem sehr gut passenden Stil geschrieben. Durch seine Formulierungen, Vergleiche, Zitate und Beschreibungen ist es überhaupt kein Problem, sich in Pauls Lage zu versetzen und mit ihm zu leiden.

Trotz dem ein wenig klischeehaften Ende hat mir die Geschichte sehr gut gefallen! Ich habe so mit Paul mitgefiebert, dass ich das Buch besonders nach den ersten 150 Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.
An einer Stelle des Buches meint Paul: „Mein Zustand ist nichts als die Nebenwirkung meines Lebens.“ Und genau das wurde von dem Autor richtig rüber gebracht! Pauls Probleme werden realistisch beschrieben und nicht an der Nase herbei gezogen und hoch gespielt, wie das in Büchern über Mobbing häufig der Fall ist. Diese Geschichte zeigt auf, was durch Mobbing und Hetze wirklich passieren kann, dass einfaches Reden eben nicht immer geht oder sogar etwas bringt.

Eines der zentralen Themen des Buches ist außerdem Hochbegabung. Als hochbegabt gelten Menschen mit einem Intelligenzquotienten, der höher als 130 ist. Leider wissen die wenigsten Menschen, wie man mit einem hochbegabten Kind umgeht, oder eine höhere Begabung überhaut erkennt. Wenn das nämlich nicht passiert, kann für die betreffenden Personen das Leben sehr schwierig werden. Und genau das wurde in dieser Geschichte sehr gut aufgegriffen.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch, gerade weil es drei sehr wichtige Themen behandelt, die in unserer Zeit immer und immer präsenter werden: Mobbing, höhere Begabungen und Suizid. Themen, die man auf keinen Fall totschweigen sollte.

Alleine schon deswegen und weil mir die Geschichte einfach sehr gut gefallen hat, kann ich das Buch nur empfehlen!


Erschienen bei L100 Buchverlag

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Autorin / Autor: Paula - Stand: 24. August 2020