Pro Ana - Magersucht als Lifestyle

"Magersucht ist ein Lebensstil und keine Krankheit" - mit diesen und ähnlichen Zitaten bestückt sind zahlreiche Angebote im Netz, die sich zur Pro-Ana-Bewegung dazurechnen. Was steckt dahinter?

Bild: Lizzynet

"Nichts schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, dünn zu sein" oder "Magersucht ist ein Lebensstil und keine Krankheit" - mit diesen Zitaten bestückt sind zahlreiche Internetseiten, youtube-Videos und Foren im Netz, die sich zur Pro-Ana-Bewegung dazurechnen. Pro Ana ist die Abkürzung von Pro Anorexia nervosa - was also wörtlich übersetzt heißt: "Pro Magersucht". Bilder von Mädchen, die nur noch aus Haut und Knochen bestehen und jeden "normalen" Menschen schockieren, werden auf den Internet-Seiten ausgestellt und spornen die Pro-Ana-Anhängerinnen dazu an, noch weiter abzumagern, um diese fragwürdigen "Schönheitsideale" zu erreichen.

Strafe für´s Essen

Typisches Kennzeichen der Pro Ana-Communities sind die "10 Gebote von Pro Ana" oder die "Pro Ana Gesetze". Darin wird dazu aufgefordert, sich für das Essen zu bestrafen ("das Essen darf nicht genossen werden, sondern muss langsam gegessen und gehasst werden") und alles dafür zu tun, dass man immer dünner wird ("Du sollst nie glauben, du bist dünn genug"). Es kursiert auch ein Brief mit dem Namen "Anas Brief", in dem "Ana" die Leserin auffordert, sich ihr - also der personifizierten Krankheit - ganz und gar hinzugeben.

Auszug auf "Anas Brief"

"Ich fange an, mich bei dir einzunisten. Schon bald werde ich immer bei dir sein. Ich bin da, wenn du morgens aufwachst und zur Waage rennst. Die Zahlen werden beides - Freund und Feind. Und mit rasenden Gedanken betest du, dass sie niedriger sind als gestern Morgen. Du siehst mit Entsetzen in den Spiegel. Du kneifst dir in das Fett, dass da ist und lächelst, wenn du dir über die Knochen streichst. [...]"

Psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate

Während ÄrztInnen und PsychologInnen Magersucht besorgt als höchst gefährliche psychische Erkrankung betrachten (schätzungsweise sterben 18 Prozent der Betroffenen), ist sie für die Pro-Ana-Anhängerinnen (mehrheitlich junge Frauen) ein Weg zur "Perfektionierung ihrer Körper". PsychologInnen sprechen von einer sogenannten Körperschema-Störung und meinen damit, dass die Fähigkeit fehlt, die eigenen Körpermaße einzuschätzen. Denn die Betroffenen finden sich immer zu dick, auch wenn sie schon extrem abgemagert sind. Pro-Ana-Anhängerinnen finden Magersein attraktiv, erstrebenswert und eine Glanzleistung der Körperbeherrschung. In den Foren der Pro-Ana-Seiten stößt man immer wieder auf die sogenannten "Thinspirations". Das sind Bilder von  Prominenten, die grafisch so manipuliert sind, dass sie noch dürrer aussehen als sie schon sind.

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Autorin / Autor: Rosi Stolz; Bild Lizzynet
 
 
 

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