PLUP - Planet Upcycling

Ein kleiner, innovativer Concept Store in Düsseldorf zeigt, was entsteht, wenn vorhandene Materialien und Designkompetenz zusammen kommen.

PLUP - Planet Upcycling zeigt seit 2012 in einem kleinen, innovativen Concept Store in Flingern, was entsteht, wenn vorhandene Materialien und Designkompetenz zusammen kommen! In einer breiten Angebotspalette werden vielfältige Werkzeuge, Services und
Produkte für Endkunden, Designer und Unternehmen rund um das Thema Upcycling angeboten. Kunden präsentiert Planet Upcycling eine große Auswahl nachhaltiger Produkte und Upcycling Produktalternativen für Individualisten direkt zum Kauf. Daneben bietet PLUP Sonderanfertigungen aus Erinnerungsstücken und eigenen Restmaterialien. Mit Schulen und Hochschulen arbeitet Planet Upcycling an neuen Prozessen für die Textilproduktion.

Für alle,die es lieber selber machen, bietet PLUP Know-how Transfer zu verschiedenen Upcycling-Bereichen in Workshops und speziellen Events. Unternehmen bietet Planet Upcycling Design und Beratungskompetenz zur Verarbeitung eigener Restmaterialien zu Produkten für Mitarbeiter, Firmenkunden oder Geschäftspartner.

Außerdem unterstützen wir Unternehmen bei der Entwicklung entsprechender Programme und führen diese auf Wunsch auch gerne durch. Für Designer ist PLUP Beratung und Vertriebskanal.

In Kern besteht das PLUP Team aus den beiden Gründern, Frank und Annekathrin Metzler. Die beiden Designer arbeiten daran, den üblichen Designprozess im Textil- und Accessoirebereich so zu erweitern, dass möglichst wenig Rohstoffe verschleudert werden und idealerweise ein Minimum an nutzlosen oder gar umweltschädlichen Reststoffen nach einem Produktlebenszyklus übrig bleibt.

Nachgefragt

Sie sagten, PLUP macht Sonderanfertigungen aus Erinnerungsstücken und eigenen Restmaterialien von Kunden. Mit welchen Dingen kommen Kund_innen zum Beispiel zu Ihnen - und haben die dann eigene Ideen oder müssen Sie sich dann etwas ausdenken?
Wir liefern Idee, Entwurf und Umsetzung. Wie genau das aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Für Privatkunden haben wir angefangen im Textilbereich. Die meisten Menschen haben den Kleiderschrank voll mit funktionsfähigen Textilien und tragen aber nur einen Bruchteil davon. Wenn es gute Materialien sind oder Erinnerungen damit verbunden, lohnt es sich also, diese Textilien weiterzuverarbeiten. Unser erster Entwurf war daher Kinderkleidung aus nicht mehr getragenen Herrenhemden. Im Laden haben wir hier einige Musterteile. Die Kund_innen bringen uns das Material, und wir fertigen die Kinderkleidung maßgenau an. Für aufwändigere Projekte wie Abiballkleider und Hochzeitskleider fertigen wir individuelle Entwürfe an, in denen persönliche Erbstücke der Kund_innen verarbeitet werden. Diese Unikate stellen wir dann in unserem Atelier auch her.

Für Unternehmen ist der Prozess etwas anders, da hier in der Regel eine größere Skalierbarkeit eine Rolle spielt. Für ein caritatives Unternehmen haben wir z.B. als Alternative zur Plastiktüte Einkaufstaschen aus Herrenhemden entwickelt, die heute in regelmäßigen Workshops in größeren Mengen angefertigt werden. In Kooperation mit der Awista haben wir eine kleine Kollektion von Made-to-order Accessoires aus der ausrangierten Arbeitskleidung der lokalen Stadtreiniger entwickelt. Weitere Beispiele sind die Düsseldorfer Messe und Continental. Für die Düsseldorfer Messe haben wir zur Weltleitmesse drupa 2016 Tablet Hüllen aus Drucktüchern geliefert und für Continental haben wir ein großes Baustellenbanner in Taschen und Laptophüllen umgewandelt.

Sie sagten, Sie arbeiten mit Schulen und Hochschulen an neuen Prozessen für die Textilproduktion. Geht es da auch um Upcycling? Was genau müsste denn an der Textilproduktion geändert werden, damit sie nachhaltiger wird?
Sicher geht es bei uns in erster Linie um Upcycling. Aber Upcycling ist der Prozess, der am Ende eines Produktlebenszyklusses beginnt, wenn das Produkt schon ausrangiert wurde. Ideal wäre es, wenn im Entwurf bereits enthalten ist, was mit dem Produkt nach dem ersten Lebenszyklus geschieht. Oder sogar nach dem zweiten, dritten usw.. Dazu müssen wir an den Anfang, in den Entwurfsprozess, der um die entsprechenden Anforderungen verlängert werden muss. Das Prinzip Cradle to Cradle von Prof. Braungart denkt zum Beispiel in diese Richtung. Aber auch andere nachhaltige Ansätze untersuchen wir ständig. Um die Textilproduktion grundlegend nachhaltiger zu gestalten und echte Alternativen bieten zu können, sind viele Dinge notwendig. Kooperationen spielen z.B. eine große Rolle und lokale, dezentrale Produktionsstätten.
Neben den Schulen und Hochschulen bieten wir für eigene Erfahrungen und Erkenntnisse in Verbindung mit Upcycling regelmäßig Kreativ- und Upcycling Workshops für Kunden, Schulen und Unternehmen an.

Wie wichtig ist der Aspekt des Designs bei Upcycling-Produkten?
Wir betrachten Design nicht nur als reine Gestalt gebende Disziplin, sondern auch als den Ursprung der Produktentwicklung. Quasi den innovativen Urknall oder Impuls für die Entwicklung eines neuen Produktes. Dabei geht es auch sehr viel um Funktionsfähigkeit, Qualität und Haltbarkeit. Kunden haben ein sehr feines Gespür dafür, wie viel Geld Ihnen ein Produkt wert ist. Daher bieten wir in unserem Laden nur Upcycling Produkt an, die diese Qualität in Design und Verarbeitung erreichen und somit auch wirklich eine Alternative zu konventionellen Produkten sein können.

Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten!

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Autorin / Autor: PLUP - Planet Upcycling