Nur zu deinem Schutz

Autorin: Harlan Coben

Buchcover

Mickey Boltair musste viele Schicksalsschläge verkraften. Erst starb sein Vater bei einem Autounfall – im selben Auto, in dem Mickey als Beifahrer saß. Seine Mutter kann den Tods ihres Mannes nicht verkraften und versinkt im Drogensumpf. Wäre das alles nicht schon schlimm genug, muss Mickey zu seinem Onkel ziehen, der sich als Vaterersatz aufspielt. Und dann verschwindet auch noch seine Freundin Ashley spurlos. Mickey will sie unbedingt finden, um endlich etwas richtig zu machen. Die Suche nach ihr führt ihn auf Basketballfelder im Elendsviertel, in die reiche Wohngegend der Stadt und ein eine schmutzige Tabledancebar – gleichzeitig scheint immer mehr darauf hinzuweisen, dass Mickeys Vater in einer weit aus größeren Organisation verwickelt war, als Mickey sich je vorgestellt hat.

„Nur zu deinem Schutz“ ist ein spinn off (also ein Buch, das auf eine andere Geschichte anspielt) der Krimireihe mit der Hauptperson Myron Boltair, Mickeys Onkel. Während sich die Myron-Thriller an ein erwachsenes Publikum richten, soll Mickey vor allem Jugendliche ansprechen. Deshalb fehlt der Handlung auch nicht die obligatorische Highschool mit den klassischen Charakteren (Sportler, graue Maus, Streber, Schulschwarm, Cheerleader). Gleich zu Beginn wird der Leser in diese Klischeewelt hineinversetzt – kein gelungener Auftakt wie ich finde. Die Story entwickelt sich dann jedoch ganz passabel und nimmt ein paar unerwartete Wendungen. Beonders spannend sind die vielen mysteriösen Charaktere, denen Mickey begegnet. Da ist ein Mann mit Tatoo im Gesicht, eine alte Einsiedlerin und Ashley, Mickexs Freundin. Bei allen dreien ist bis zum Schluss nicht ganz klar, was sich hinter ihrer Scheinidentität tatsächlich verbirgt.
An sich hat das Buch eine ganz nette, unterhaltsame Story. Hin und wieder ist der Leser aber irritiert. Wenn man den Klappentext nicht liest, steht man plötzlich in der Handlung ohne auch nur einen einzigen Anhaltspunkt zum Geschehen zu haben. An einigen Stellen passiert das auch weiter hinten im Buch. Da wird dann auf eine Begebenheit der Erwachsenenreihe angespielt, die man einfach nicht kennen kann, wenn man nicht die Bücher für Erwachsene gelesen hat. Sehr schade ist auch, dass der Leser Ashley am Anfang nicht kennen lernt. Bereits im ersten Kapitel wird klar, dass Ashley verschwunden ist. Es ist zwar plausibel, sie zu suchen. Ich hätte aber mehr mitgefiebert, wenn ich Ashley am Anfang kennen gelernt hätte und sie mir sympathisch gewesen wäre.
Einen weiteren Minuspunkt bekommt das Buch wegen seines Endes. Mit einem Cliffhanger zu enden, ist nicht schön. Bei Trilogien ist das vielleicht noch in Ordnung. Bei einer Serie, die den Anspruch hat, unabhängig voneinander lesbare Titel zu veröffentlichen, ist das nicht ok.

Erschienen bei cbt

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Autorin / Autor: missmarie - Stand: 6. November 2012