Nightweaver
Autorin: R. M. Gray
Aus dem amerikanischen Englisch von Doris Attwood
Das Buch „Nightweaver“ handelt von Aster, die mit ihrer Familie auf dem Meer lebt. Ihr Zuhause ist die Lightbringer, ein Schiff, auf dem sie leben. Das Festland ist kein sicherer Ort mehr für die Menschen. Es wird von magischen Wesen beherrscht. Doch sie werden angegriffen und Asters Bruder wird von einem Nightweaver ermordet. Sie werden gefangen genommen und unter den Schutz des Nightweavers Will gestellt. Dieser scheint von Anfang an anders zu sein, als Aster es von den Nightweavern erwartet hatte. Mithilfe eines Bündnisses mit Will macht es sich Aster zur Aufgabe, ihren Bruder zu rächen.
Mir hat von Anfang an das Thema des Buches gut gefallen. Geschichten über Piraten in Fantasyromanen habe ich bisher selten gefunden. Es hat mich ein bisschen überrascht, dass der Anfang dann doch etwas blutiger ist, als ich es von einem Romantasy-Buch erwartet hätte. Es startet aber gleich spannend und spiegelt die schonungslose Lebensweise der Menschen seit der Vormachtstellung der Nightweaver wider. Die Geschichte entwickelt sich extrem schnell. Das erste Kapitel wirkt wie eine Szene aus „Fluch der Karibik“ und ich war sofort begeistert. Der Tod des Bruders passiert auch sehr schnell. Irritiert hat mich aber, dass ihre emotionale Reaktion auf das Erlebnis ziemlich dürftig ausfällt.
Auch im Verlaufe des Buches wirkt es eher wie eine Rache, die sie für die Familienehre üben möchte, als aus der Trauer heraus. Nachdem sie vom Schiff geführt wurden, flacht das Piratenthema aber auch so stark ab, wie es anfangs gestartet ist. Da dies der Grund war, warum ich das Buch überhaupt erst lesen wollte, war das für mich etwas schade. Danach erinnert mich die Geschichte vom Stil etwas an „Das Reich der sieben Höfe“. Ab da an schweift die Autorin mit ihren Beschreibungen auch stärker aus, weshalb der Verlauf der Geschichte an Fahrtwind verliert.
Dabei hat die Geschichte so stark gestartet. Für manche Lesende kann das auch spannend sein. Leider hat es bei mir dazu geführt, dass ich über die Sätze nur geschweift bin, bis ich wieder eine Stelle mit Handlung erreicht habe. Manche genießen detaillierte Beschreibungen der Szenen, das ist nur leider nicht bei mir der Fall. Dabei werden wichtige Details für die Geschichte scheinbar nebenbei genannt, weshalb ein aufmerksames Lesen wichtig ist. Es werden immer wieder Hinweise enthüllt, die das Gesamtbild Stück für Stück offenbaren, wobei immer wieder neue Fragen aufgeworfen werden. Der Fahrtwind nimmt zum Ende wieder zu. Das Ende hat mich gepackt und überrascht. Eigentlich hatte ich nicht vor, die Fortsetzung zu lesen, doch jetzt bin ich gespannt auf den zweiten Teil.
Das Buch ist für alle Lesenden etwas, die nicht nur aufgrund der Piratengeschichte danach greifen, sondern eine komplexe, ausgeklügelte Fantasywelt kennenlernen wollen.
Erschienen bei dtv
Autorin / Autor: Neele - Stand: 23. Februar 2026