Mit Mädchen ist zu rechnen

Untersuchung belegt: Mädchen sind nicht schlechter in Mathe als Jungs – vorausgesetzt, sie fühlen sich nicht zu sehr unter Druck.

Lange wurde davon ausgegangen, dass Jungen in naturwissenschaftlichen Fächern – insbesondere in Mathematik – einfach besser sind als Mädchen. Sprachen und Geisteswissenschaften galten als eher „weiblich“, Naturwissenschaften ganz klar als eher „männlich“. Und tatsächlich ist ja immer wieder zu beobachten, dass Mädchen beispielsweise in vergleichenden Mathetests schlechter abschneiden. Aber heißt das wirklich, dass sie weniger können? Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt belegt: Die Art der Prüfung ist entscheidend.

Tests mit nur einem Durchgang bevorteilen Jungs
Durch frühere Studien weiß man, dass Jungen grundsätzlich in Wettbewerbssituationen etwas bessere Ergebnisse erzielen als Mädchen. Warum, ist nicht ganz klar – entweder sind Mädchen in solchen Wettbewerbssituationen unsicherer oder Jungen fühlen sich besonders angespornt. Allerdings handelte es sich immer um Experimente mit nur einem Durchgang. Daher fragte sich nun eine Forschergruppe, wie es aussieht, wenn Tests über mehrere Runden gehen.
Mit 24 Grundschulen führten sie einen Versuch durch: Jeweils ein Mädchen und ein Junge sollten innerhalb von 5 Minuten eine bestimmte Anzahl Matheaufgaben lösen. Dann bekam jeder einen neuen „Gegner“ und bearbeitete wiederum über 5 Minuten Aufgaben. Nach jeder Runde wurde der Sieger bestimmt: Entweder derjenige mit den wenigsten Fehlern oder – bei einem Unentschieden –  derjenige, der schneller fertig war.
Es zeigte sich, dass in den ersten Durchgängen wie erwartet die Jungen vorn lagen – es aber in den nachfolgenden praktisch keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern gab. In der vierten oder fünften Runde schnitten sogar oft die Mädchen besser ab.

Mädchen motivieren!
Ein Strecken von Matheprüfungen über mehrere Runden könnte Mädchen also offenbar helfen, im Schnitt bessere Leistungen zu erzielen. Darüber hinaus konnten die Forscher noch feststellen, dass sich mit kleinen Änderungen der Rahmenbedingungen auch die Geschlechtsunterschiede im ersten Durchgang minimieren ließen: In sechs Klassen wurde die Regel, dass bei Gleichstand der Schnellere gewinnt, aufgehoben. Obwohl auch weiterhin nur 5 Minuten Zeit für die Aufgaben war, sagten die Lehrer außerdem den Kindern ausdrücklich, dass es nicht um Geschwindigkeit ginge. Prompt schnitten die Mädchen auch in der ersten Runde ähnlich gut ab wie die Jungen.
Es sieht also so aus, also ob Mädchen mit Wettbewerbsdruck erst einmal schlechter umgehen können als Jungen. Sie brauchen etwas mehr Zeit, um sich in die Situation einzufinden – erzielen dann aber keine schlechteren Resultate. Professor Joe Price von der Brigham Young University, einer der beteiligten Forscher, meint dazu: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Mädchen, wenn man sie überzeugt dranzubleiben und es weiter zu versuchen, in die Situation einfinden und genauso gut damit zurechtkommen wie Jungen.“  Und minimiert man von Vornherein den Druck, kommen Probleme gar nicht erst auf.

Das wäre doch einen Versuch wert: Prüfungen ruhiger gestalten und (idealerweise) auf mehrere Runden aufteilen – und Mädchen gezielter motivieren, auch dann dranzubleiben, wenn sie vielleicht zuerst einmal schlecht abschneiden. Dann klappt’s auch mit Mathe. ;-)

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 28. Februar 2013
 
 
 

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