Meine Mutter, sein Exmann und ich

Autor: T. A. Wegberg

Dieses Buch ist ein kleines Juwel der deutschen Jugendliteratur. Vielleicht greife ich mit meinem Urteil auch zu hoch, dennoch gibt dieses von T.A. Wegberg geschriebene Werk  einen wichtigen Denkanstoß in Sachen Toleranz, Akzeptanz, Respekt und Veränderung. Zudem wird man hier klar mit der Thematik der Selbstfindung und mit der Schwierigkeit, Tabuthemen zu brechen konfrontiert.
Ich habe mir für dieses Buch ausgesprochen viel Zeit genommen, um meine Rezension nicht zu übereilt zu gestalten, dennoch hat sich an meinem ersten Eindruck zu dieser vielseitigen Geschichte nichts geändert: Es ist ein mit Bravour gemeisterter Balanceakt zwischen Toleranzpredigt und Realitätsspiegel.

Als Leser verfolgt man eigentlich „nur“ das Leben des Protagonisten Joschka. Er ist 15, lebt in Berlin mit seiner Zwillingsschwester Liska und seiner Mutter. Bis er bei seinem Vater und dessen neuer Frau einzieht. Natürlich gibt es auch ein Mädchen – es gibt da doch immer eins – Emma heißt sie und ist bei allem, wo man irgendwie irgendwem helfen kann, total engagiert. Alles ganz normal. Gut, da ist dieser neue Mitschüler Sebastian, von dem die meisten in der Klasse denken, er würde Drogen nehmen obwohl er, was Joschka auch nur erfährt weil er beginnt sich mit Sebastian anzufreunden, eine seltene Krankheit hat, der nicht gut beizukommen ist. Und er hat ein vielleicht etwas ungewöhnliches Hobby, sämtliche Buslinien Berlins abzufahren. Trotzdem, ziemlich normal.

Nur, dass Joschka zu seinem Vater gezogen ist, weil seine Mutter jetzt Frederik heißt und jetzt auch so richtig wie ein Mann aussieht, gar nicht mehr wie seine Mutter. Frederik ist eine Transperson, nimmt bereits seit Jahren Hormone um den Körper zu haben, in den er sich geboren fühlt. Während Liska diese Entscheidung unterstützt und Frederiks Mut bewundert, kommt Joschka damit erst mal überhaupt nicht klar. Er ist viel mehr sauer auf seine Mutter, diese Entscheidung zur Geschlechtsumwandlung getroffen zu haben, lehnt sie regelrecht ab. Auch verheimlicht er es vor seinen Freunden und Klassenkameraden, doch sein „Geheimnis“ namens Frederik droht ans Licht zu kommen, als die Klasse ein Toleranzprojekt zum Thema LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender) beginnt.
Man verfolgt Joschkas Entwicklung von Wut über seine Mutter bis hin zu Akzeptanz und Zuneigung für Frederik, geprägt durch die Erfahrungen und Gespräche mit Liska, Emma und Sebastian.

Die Konflikte, in denen Joschka sich sieht, sind sehr realistisch dargestellt, die Sprache ist einfach gehalten und Thematik soweit heruntergebrochen, um verständlich zu sein, ohne gravierende Auslassungen zu machen.
Ich möchte dieses Buch wirklich jedem empfehlen, ganz besonders natürlich denjenigen, die mit den behandelten Themen auf die eine oder andere Art betroffen sind und vor allem möchte ich es als Schullektüre empfehlen, weil in Schulen Toleranz ein wichtiges und trotzdem kaum angesprochenes Thema ist.

Erschienen bei rowohlt

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    Autorin / Autor: cheshirekitty - Stand: 12. Juni 2017
     
     
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