Lügentochter

Autorin: Megan Cooley Peterson
Übersetzt von: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Inhalt
Als alles begann, da gab es ein Davor. Da lebte die 17-jährige Piper Blackwell mit ihren Geschwistern in einer Glaubensgemeinschaft. Piper ist ein junges Mädchen das mit ihren Geschwistern und zwei Tanten auf einem alten verlassenen Gelände, abseits der Außenwelt lebt. Ihre Eltern leben in der Kolonie, weit weg von ihnen. Ihr Vater war der Anführer dieser Gemeinschaft. Er predigte nicht nur seinen Anhängern, sondern auch seinen Kindern den Glauben das in der Gemeinschaft alles besser ist als in der Außenwelt und nur er sie beschützen kann.

Und ein Danach gab es, als für Piper und ihre Geschwister eine Welt zusammenbricht. Als sie von ihren Eltern getrennt werden und Piper bei einer wildfremden Frau leben muss. Piper glaubt nicht an die Erzählungen über ihre Eltern, sie hält immer noch an dem Glauben fest, den ihr Vater ihr gepredigt hat. Bis Caspian ihr das wahre Leben ihrer Eltern zeigt. Und beweist, dass die Kolonie von der sie glaubten so weit weg zu sein es doch nicht ist. Erst jetzt begreift sie langsam, dass das alles nur Lügengeschichten ihrer Eltern sind. Und für Piper bricht eine Welt zusammen, als sie ihre wahre Identität erfährt.

Meinung
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Piper erzählt. Piper erschien mir beim Lesen viel älter, nicht wie 17 Jahre. Sie kam mir erwachsener und reifer vor als andere Mädchen in ihrem Alter.
Das mag daran liegen, dass sie schon früh gelernt hat, sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern. Sie kennt kein fließendes Wasser, keienn Strom (nur Kerzenlicht oder Taschenlampen) und auch keine Handys. Das Leben außerhalb der Gemeinschaft kennt sie nicht. Piper lernt schnell was es heißt, bestraft zu werden oder hungern zu müssen, wenn alles nicht so läuft wie es ihr Vater von ihr verlangt. So beschreibt die Autoren das Leben davor. In dem Leben danach kommt mir Piper naiv und eigensinnig vor, weil sie immer noch am Glauben ihres Vaters festhält und sich von DENEN nichts sagen lässt. Und eigensinnig, weil sie glaubt, dass alle ihr nur weh tun wollen. Bis sie erfährt, wer die fremde Frau wirklich ist.

Die beiden Brüder Caspian und Thomas, stoßen erst später zu der Gemeinschaft. Beiden kennen das Leben außerhalb der Gemeinschaft. Es kommt alles sehr authentisch herüber. Vor allem wenn die jüngeren Geschwister sich immer riesig freuten, wenn ihre Mutter zu Besuch kam.

Als ich den Roman in den Händen hielt, dachte ich mir: Was wird mich erwarten?  Man hört und liest ja viel über Gemeinschaften und Sekten. Ich wurde keineswegs enttäuscht. In diesem Roman erfährt man, wie Piper und ihre Geschwister leben und wie Piper mit dem Leben danach zurechtkommt.
Was mir am meisten gefallen hat ist, dass die Autorin die Kapitel mit einem Davor und einem Danach beschrieben hat. Davor beschreibt das Leben in der Gemeinschaft und das Danach das Leben bei dieser fremden Frau, die sie beschützen soll. Die Autorin beschreibt nicht nur Pipers Leben in der Gemeinschaft, sondern im Anhang erfährt man, dass auch sie in einer Sekte lebte. Und ihr Ausstieg nicht so schwer war, wie der von Piper.

Das Cover des Buches, ist schlicht und einfach gehalten. Und Piper ist das Covergirl. Nur der Buchtitel, hat mich etwas irritiert. Denn Piper hat keine Lügen erzählt, sie hat nur an das geglaubt was ihre Eltern ihr predigten. Haben nicht ihre Eltern von einer Lügengeschichte gelebt?

Fazit
Der Roman: “Lügentochter” beschreibt das Leben in einer Gemeinschaft und das Leben danach. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und der anderen Mädchen Mut macht, vielleicht auch ein neues Leben danach zu beginnen. Ich kann dieses Buch jungen und älteren Leserinnen sehr gerne weiterempfehlen.


Erschienen beim Magellan Verlag

Deine Meinung zu diesem Buch?
Autorin / Autor: Sarah15 - Stand: 25. Januar 2021