Lokführerin

Leyla hat eine Ausbildung zur Lokführerin gemacht und wurde dabei von einem Ausbildungsbegleiter der Initiative VerA unterstützt.

Bild: (c) Senior Experten Service (SES)

Wie sind Sie dazu gekommen, eine Ausbildung als Lokführerin zu machen?
Auf den Beruf kam ich durch meinen Opa und meinen Bruder. Mein Opa kam aus der Türkei als Gastarbeiter nach Deutschland und arbeitete bei der Bundesbahn. Ich wollte gerne in seine Fußstapfen treten. Bevor ich auf die Idee kam, mich als Lokführerin zu bewerben, habe ich mehrere Praktika in Pflege- und Metallberufen absolviert. Herr Niedner, der Ausbildungsbegleiter der Initiative VerA hat mir bei der Berufswahl geholfen und mit mir die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch vorbereitet.

Welche Interessen und Fähigkeiten sollte man Ihrer Meinung nach haben, um an diesem Beruf Spaß zu haben?
Man sollte in erster Linie gerne unterwegs sein und Spaß am Reisen haben. Das A und O in diesem Beruf ist Teamfähigkeit.

Muss man ein besonderes Interesse an Technik haben?
Technisches Interesse sollte man unbedingt haben, um die Funktionsweise der Fahrzeuge zu verstehen.

Was lernt man in der Ausbildung alles?
In der Ausbildung habe ich das Betriebliche gelernt, das Rangieren, das auch das Kuppeln und Entkuppeln der Fahrzeuge umfasst. Und natürlich das Zugfahren.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf einer Lokführerin aus?
Ich erhalte mehrere Schichten meistens schon im Voraus. Zum Dienstbeginn sehe mir in der Meldestelle die Arbeitsunterlagen an. Danach gestaltet sich der Tagesablauf. In der Regel mache ich einen Vorbereitungsdienst, prüfe die Funktionen am Fahrzeug und kontrolliere die Betriebsstoffe. Wenn es soweit ist, verständige ich mich mit dem Weichenwärter und sage ihm, dass ich für die Rangierfahrt zum Bahnsteig bereit bin. Wenn ich zur Abfahrtszeit die Zustimmung des Fahrdienstleiters habe, kann die Zugfahrt beginnen. Während der Fahrt muss ich besonders auf die Signale am Fahrweg und den Fahrplan achten.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf, und was gar nicht?
Ich finde es gut, dass ich dauernd unterwegs bin. Zu jeder Jahreszeit sehen die Strecken anders aus. Das ist faszinierend. Wenn ich in einen Bahnhof einfahre, freue ich mich über die erstaunten Blicke der Fahrgäste, die nicht glauben können, dass eine junge Frau den Zug fährt. Was ich nicht mag und wovor ich Angst habe, sind die Fälle mit den Selbstmördern, die sich vor einen Zug werfen. Statistisch gesehen trifft es jeden Lokführer mindestens dreimal in seiner Laufbahn.

Bis jetzt ist Lokführer ja nicht unbedingt ein frauentypischer Beruf. Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenige Frauen, die diese Ausbildung machen?
Die meisten trauen sich wahrscheinlich nicht Lokführerin zu werden, weil sie denken, dass der Beruf für Frauen nicht in Frage kommt. Vielleicht denken sie auch, dass man sich dreckig macht. Das ist nicht schlimm und gehört nun mal zu diesem Beruf.

Wie ist Ihre Erfahrung als junge Frau in diesem Beruf? Wie werden Sie von den männlichen Kollegen behandelt? Wie reagieren Freund/innen, wenn Sie ihnen erzählen, was für einen Beruf Sie ergriffen haben?
Bisher habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Viele Kollegen haben gefragt, warum ich gerade Lokführerin geworden bin oder auf die Idee kam. Ich wurde gut aufgenommen und fühle mich in die Eisenbahnerfamilie integriert. Bekannte und Freund sind erstaunt.

Welchen Rat geben Sie Mädchen, die den Beruf erlernen möchten?
Ich kann Mädchen nur ermutigen, den Beruf zu ergreifen. Denn es macht sehr viel Spaß.

Vielen Dank für dieses Interview und weiterhin gute Fahrt! :-)

Lies hier das Interview mit Leylas Ausbildungsbegleiter

Autorin / Autor: Rosi Stolz / Leyla; Bild: Senior Experten Service (SES) - Stand: 4. September 2015
 
 
 

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